Praxisanleiterinnen

Julia, Jennifer, Christin und Christine

Praxisanleiterinnen

„Wir begleiten die Auszubildenden bei einer ganz tollen Entwicklung – vom ersten Tag mit großen Augen und vielen Fragezeichen bis zum Examen."

Ob Auszubildende oder FSJler: Wer bei uns in die Pflege startet, braucht jemanden, der den Weg von Anfang bis zum Ende begleitet. Nur, wer gut ausgebildet wird, kann später Patient:innen gut versorgen. Genau dafür sind Julia Karbe, Jennifer Schür, Christine Schulenburg und Christin Hanßen-Kolberg als hauptamtliche Praxisanleiterinnen im Krankenhaus Winsen da.


Was sind eure wichtigsten Aufgaben?

Jennifer: Wir begleiten unsere Auszubildenden vom ersten bis zum letzten Tag der Ausbildung durch alle Praxiseinsätze. Dazu gehören feste Anleitungstage, an denen wir mit ihnen gemeinsam auf Station arbeiten und ihnen in Ruhe die praktischen Abläufe zeigen und erklären. Wir bereiten sie außerdem auf Prüfungen vor und nehmen sie ab. Wir zeigen ihnen in der Praxis, was die Schule zuvor theoretisch vermittelt. Auch die Begleitung der Anerkennungsmitarbeitenden gehört dazu. Das sind Pflegefachkräfte aus dem Ausland, die bei uns ihre Berufsanerkennung absolvieren und in Theorie sowie Praxis eine Prüfung durchlaufen. Ebenso betreuen wir FSJler und Praktikant:innen. Wir arbeiten eng mit den Schulen zusammen und entwickeln die Ausbildung stetig weiter.

Wie sieht ein typischer Tag bei euch aus?

Jennifer: Wir starten morgens im Büro, sichten E-Mails und schauen in unseren gemeinsamen Kalender, wer heute auf welcher Station eine Anleitung hat. Dann geht es zur Frühdienstbegleitung, zu einer speziellen Anleitung oder Prüfungsvorbereitung. Danach folgen viel Dokumentation und administrative Arbeit, oft auch Absprachen mit den Schulen. Trotz Planung ist am Ende dennoch jeder Tag anders, weil sich auf Station spontan etwas ändert.

Was braucht ein Azubi am Anfang am meisten?
Jennifer: Ganz viel Orientierung und Begleitung bei zahlreichen Fragen: Wo bin ich hier, was ist meine Aufgabe, wie läuft diese Ausbildung ab? Viele unserer Auszubildenden sind noch sehr jung und müssen sich erst an die Nähe zu fremden Menschen gewöhnen, die dieser Beruf mit sich bringt.

Julia: Wir fördern vor allem Selbstvertrauen, damit sie sich in einem großen Haus sicher fühlen und wissen, dass sie mit jeder Frage zu uns kommen können.

Was könnt ihr euren Auszubildenden bieten, was im normalen Stationsalltag oft fehlt?

Jennifer: Wir gehören keiner festen Station an. Wenn wir mit den Azubis auf Station sind, ist das Tempo für den Moment nicht unser Thema. Wir setzen uns mit den Auszubildenden in einen ruhigen Raum und nehmen uns Zeit, die man im normalen Stationsalltag oft nicht hat. Wenn etwas mehrfach geübt werden muss, gibt es dafür den Raum, bis es wirklich sitzt.

Was ist besonders herausfordernd?

Julia: Kein Tag läuft wie geplant. Jede und jeder Auszubildende bringt unterschiedliche Erfahrungen und Bedürfnisse mit. Darauf müssen wir uns immer wieder neu einstellen.

Jennifer: Ein Anleitungstag verlangt viel Konzentration. Man ist die ganze Zeit im Austausch, erklärt, beobachtet und passt sich an. Das macht den Job auch nach Jahren noch spannend.

Was hat sich für euch persönlich durch diese Rolle verändert?

Jennifer: Diese Rolle gibt mir eine andere Art von Planbarkeit und Ruhe im privaten Alltag. So kann ich mich beruflich ganz auf die Auszubildenden konzentrieren und meine Arbeit so gestalten, wie es eine gute Anleitung braucht. Das macht mich insgesamt gelassener.

Was verändert sich für Patient:innen durch eure Arbeit?

Jennifer: Viele freuen sich, wenn wir kommen, weil sie dann besonders viel Aufmerksamkeit bekommen. Sie merken, dass sich jemand wirklich Zeit für sie nimmt und ihnen in Ruhe erklärt, was gerade passiert.

Christin: Langfristig profitieren sie davon, dass jede Pflegekraft, die heute gut ausgebildet wird, in drei Jahren selbst gute Pflege leistet.

Was würdet ihr jungen Menschen mitgeben, die noch unsicher sind, ob Pflege das Richtige für sie ist?

Christine: Einfach ausprobieren. Nur so findet man heraus, ob einem die Nähe zu Menschen liegt. Wenn man merkt, ich mag den Umgang mit Menschen und finde es schön sie zu begleiten, dann ist das die beste Entscheidung, die man treffen kann.

Was macht für euch eine gute Pflegekraft aus?

Jennifer: Jemand, der stetig an sich arbeitet, sich fachlich und persönlich weiterbildet, auch in stressigen Situationen Prioritäten setzen kann und dabei das Menschliche nie verliert.

 

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