Die Pflegeazubis des Frühjahrs-Kurses April 23/26 an der Gesundheitsfachschule und Bildungszentrum (GSBZ) Buchholz haben im November auf der Geriatriestation des Krankenhauses Buchholz ihr alljährliches Praxisprojekt "Azubis leiten eine Station" erfolgreich absolviert. In diesen zwei Wochen übernahmen die angehenden Pflegefachkräfte eigenverantwortlich die Organisation und den Ablauf der Station und stellten dabei ihr wachsendes Können unter Beweis.
Volle Verantwortung von Anfang an
Für die Azubis war das Projekt mit großer Vorfreude, aber auch mit Respekt verbunden. Pia Schacht, eine der teilnehmenden Auszubildenden, freute sich vorab besonders darauf, mit dem gesamten Kurs zusammenzuarbeiten. "Meine Erwartung war, komplett selbstständig zu arbeiten und meinen eigenen Ablauf zu entwickeln", so Pia. Die ersten Tage waren für die angehenden Pflegefachkräfte intensiv. Emmely Döhring, Azubikollegin von Pia Schacht, berichtet von zunächst kleinen Anlaufschwierigkeiten. Doch die Kursteilnehmer fanden rasch zusammen: "Wir haben uns eng abgesprochen und alles funktionierte immer besser miteinander", resümiert sie.
Entwicklung und Selbstständigkeit: "Wir können mehr, als wir dachten"
Im Laufe des Projekts zeigte sich eine klare Entwicklungskurve. Die Azubis lernten schnell, ihre eigenen Abläufe zu strukturieren, was die Arbeit auf der Station von Tag zu Tag verbesserte. "Am Ende haben alle ihren Ablauf gefunden und konnten eigenständig agieren", berichtet Emmely.
Ein besonderer Schwerpunkt lag während des Projekts auf der palliativen Versorgung von zwei Patientinnen. Diese Situation erforderte eine besonders intensive Betreuung. "Das ist emotional ein Unterschied. Man geht mit einem anderen Gefühl zu der Patientin und achtet verstärkt darauf, was man noch tun kann, damit es ihr so angenehm wie möglich ist", beschreibt Pia die Herausforderung. Für Emmely stand in dieser Situation das Recht des Menschen auf Schmerzfreiheit, Würde und Respekt im Vordergrund. Zusätzlich forderten drei isolierte COVID-19-Patienten die Organisationsfähigkeit der Azubis heraus, da durch Hygienevorschriften mehr Zeit eingeplant werden musste.
Nach dem Projekt waren sich die Azubis einig: "Wir konnten gut sehen, dass wir mehr können, als wir gedacht haben, und viel selbstständiger arbeiten können, als wir es bisher taten", so Pia. Die gegenseitige Unterstützung im Kurs empfanden die Azubis als "Gamechanger". Die Stationsleitungen unterstützten das Projekt mit großem Engagement und Kommunikation auf Augenhöhe. Das Projekt beurteilen die Azubis als richtig gute Vorbereitung auf das Examen, da es Zeitmanagement und Struktur fördert.
Heike Winckelmann, die seit 14 Jahren das Projekt „Auszubildene leiten eine Station“ mit den Abschlusskursen der GSBZ umsetzt, zeigt sich beeindruckt von der Leistung der Projektteilnehmer: "Gerade die souveräne Bewältigung der Herausforderungen – von anfänglichen Schwierigkeiten bis zur palliativen Begleitung – hat gezeigt, wie reif und verantwortungsbewusst unsere Auszubildenden sind. Dieses Projekt ist der beste Beweis dafür, dass wir sie durch eigenständiges Handeln optimal auf die Berufspraxis vorbereiten."
GSBZ-Schulleiterin Kathrin Zeitz unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die Ausbildung: "Die praktische Erprobung von Selbstständigkeit und Verantwortung ist für die Entwicklung unserer zukünftigen Pflegefachkräfte unverzichtbar. Es nimmt ihnen die Angst vor dem Examen und gibt ihnen das Vertrauen, dass sie komplexe Situationen sicher bewältigen können. Wir sehen hier einen klaren Mehrwert für die Qualität unserer Ausbildung."
