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Hilfe für Unfallopfer – 24 Stunden täglich

Chefarzt Dr. Leonidas Gusic und Krankenschwester Annette Knaak arbeiten im Schockraum des Krankenhauses Winsen Hand in Hand, um Unfallverletzten eine schnelle Genesung zu ermöglichen

 

Ein schöner Erfolg für das Krankenhaus Winsen: Die Unfallchirurgie unter Leitung des Chefarztes Dr. Leonidas Gusic ist jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie für weitere drei Jahre als regionales Traumazentrum zertifiziert worden. Ob nach einem Missgeschick beim Sport, einem Unglück bei der Arbeit oder einem Verkehrsunfall – alle, die verletzt sind, können sicher sein, hier schnell und mit höchster Fachkenntnis versorgt zu werden.

Von den Gutachtern besonders gelobt: der Schockraum, das Herz der Zentralen Notaufnahme (ZNA). Rettungskräfte liefern die Patienten auf der Trage direkt in den aufwendig mit technischem Gerät ausgestatteten Untersuchungs- und Eingriffsraum. Dort wird selbst bei schwersten Fällen innerhalb von maximal einer Stunde die Diagnose gestellt. Ein multiprofessionelles Team steht dafür bereit. Das Team bilden nicht nur Unfallchirurgen, die zum Zentrum für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie (OTWZ) im Krankenhaus Winsen mit seinen drei Chefärzten und sieben Oberärzten gehören. Sondern auch Anästhesisten, Ärzte für Bauchchirurgie, Internisten, Röntgenassistenten, die bildgebende Untersuchungen direkt im Schockraum durchführen, und speziell ausgebildetes Pflegepersonal, das später auch die Versorgung des Patienten auf der Station übernimmt und damit wesentlich zum Erfolg der Behandlung beiträgt.  

Bevor der Rettungswagen eintrifft, ist die ZNA bereits informiert. Bei Ankunft des Rettungswagens stehen acht bis zehn Mitarbeiter im Schockraum, jeder auf seinen Platz. Das Sagen hat der Arzt oder die Ärztin mit der größten und längsten Erfahrung, meist ist es Oberarzt Igor Noschnow, stellvertretender Leiter der ZNA.

Zeit ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Unfallrettung. Der Sekundenzeiger an der großen Uhr im Schockraum ist unerbittlich. Hier muss jeder sich auf den anderen verlassen können, jeder Handgriff sitzen. Die Funktion der einzelnen Mitarbeiter wird durch die Farbe ihrer Weste angezeigt. Dr. Gusic trägt beim Einsatz Gelb. Wie der Etappenschnellste der Tour de France.

Die Nähe der Autobahn bringt dem Winsener Kompetenzteam viele Unfallopfer mit Polytraumen, multiplen schweren Verletzungen. „Seit im vergangenen Jahr ein Notarztstandort direkt hier am Krankenhaus eröffnet wurde, haben wir eine deutlich höhere Zahl an Schwerverletzten zu versorgen“, erzählt Dr. Gusic. Patienten wegen akuter Überlastung der Notaufnahme abzuweisen ist für ihn unvorstellbar.  „Wir sind da. An jedem Tag des Jahres, in jeder Stunde, darauf können sich die Bürger dieses Landkreises verlassen“, verspricht er für sein Team.

Falls zwei Unfallpatienten zur gleichen Zeit eingeliefert werden oder Patienten aus dem Krankenhaus wegen einer akuten Notsituation ein spezielles Setting benötigen, steht ein zweiter, kleinerer Schockraum bereit.

Auch durch Glastür an der Krankenhausfront kommen Tag und Nacht Patienten, die „Fußgänger“, wie sie hier heißen, in die ZNA. Nach einer kurzen Einschätzung ihrer Behandlungsbedürftigkeit, die festgelegten Kriterien folgt, werden sie von den Ärzten der Notaufnahme versorgt. Ein zunehmender Anteil der Behandlungen – darunter sogar Operationen – wird inzwischen ambulant durchgeführt, erklärt Dr. Gusic.

Neben dem Autoverkehr und verursacht der Reitsport mit Stürzen vom Pferd, Stürzen mit dem Pferd, Trittverletzungen bei der Pflege und Ähnlichem einen hohen Anteil der jährlich 11.000 Traumapatienten, die in die ZNA kommen. Daneben hat Dr. Gusic eine neue Unfallquelle ausgemacht: E-Bikes. Meist sind es Ältere, die bei hohem Tempo vom Rad fallen und – außer durch den Helm – nicht geschützt sind. Dabei kommt es nach Erfahrung von Dr. Gusic oft zu mehreren schweren Verletzungen gleichzeitig.

Auch die Zahl älterer Patienten in der ZNA, darunter nicht selten 90- und 100-Jährige, hat zugenommen. Weil die Knochen im Alter ihre Substanz einbüßen, genügt bei diesen Senioren meist ein leichter Sturz, um gravierende Brüche auszulösen: Wirbelsäule, Handgelenk, Oberarmkopf und Schenkelhals sind am häufigsten betroffen. Ärzte und Pfleger tun in Zusammenarbeit mit der Physiotherapie alles, um diese Menschen wieder beweglich zu machen: Für Hochbetagte steht im Krankenhaus Winsen eine Geriatrische Frührehabilitation zur Verfügung, in der alte Patienten extra viel Zeit und Unterstützung beim Gesundwerden bekommen. Der Sozialdienst des Hauses bemüht sich für sie um Hilfsmittel wie Pflegebetten und Rollatoren, beantragt ambulante Pflege, Kurzzeitpflege und Reha-Aufenthalte.

„Wo immer möglich, wollen wir Unfallpatienten wieder in die Selbstständigkeit entlassen“, sagt Dr. Gusic. Und wo das nicht möglich ist, finden wir gemeinsam einen Weg.“

 

  

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