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Krankenhaus-Chef Norbert Böttcher übergibt sein Lebenswerk

Mit Weitblick, Beharrlichkeit, Integrationskraft und politischem Geschick führte der Diplom-Wirtschaftsingenieur die Krankenhäuser Buchholz und Winsen jahrzehntelang auf Erfolgskurs und nahm maßgeblich Anteil an der Gestaltung der Gesundheitsversorgung im gesamten Landkreis Harburg und über die Region hinaus.

Geboren und aufgewachsen ist Norbert Böttcher in Kiel. Nach dem Abitur und dem Zivildienst begann er in seiner Heimatstadt ein Studium der Musikwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität. Nach zwei Semestern wechselte er das Fach und schloss sein Studium zum Wirtschafts-Ingenieur in Hamburg ab. Es folgte ein Jahr als Assistent des Einkaufsdirektors bei Phillips Deutschland. Eine Weiterbildung des kirchlichen Berufsbildungswerkes deutscher Krankenhäuser, die Führungsnachwuchs suchten, lenkte seine Karriere in die entscheidende Richtung. In Essen, Hamm und Castrop-Rauxel war er zwei Jahre lang als Assistent der Geschäftsführung tätig – bis er im Alter von knapp 30 Jahren Verwaltungsdirektor im Heinrich-Sengelmann-Krankenhaus der evangelischen Stiftung Alsterdorf wurde. Der Wechsel in den Landkreis Harburg folgte im Jahr 1991. Norbert Böttcher erklomm die nächste Karrierestufe und wurde Krankenhausdezernent. Noch in den 90er Jahren entstand die Krankenhaus Buchholz und Winsen gemeinnützige GmbH durch Ausgründung aus dem Landkreis Harburg.
Die größte Herausforderung für Böttcher bestand in der Anfangszeit der neu gegründeten GmbH vor allem in der Zertifizierung der beiden Krankenhäuser.
Damit verbunden war eine grundlegende, notwendige Organisationsentwicklung bis hin zur derzeit laufenden, großangelegten Strategie zur Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterbindung, die angesichts der vorherrschenden Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel unabdingbar war. Ständige Anbauten und Erweiterungen in den letzten Jahren tragen Böttchers Handschrift und sorgten sowohl in der Vergangenheit als auch heute dafür, dass die Krankenhäuser baulich und apparativ weiterentwickelt wurden und stets auf dem aktuellen Stand waren. So wurde unter seiner Regie die Strahlentherapie im Krankenhaus Buchholz zweimal grundsaniert. Was klein begann, entpuppte sich zu einer ganzen Abteilung mit zwei Linearbeschleunigern.

Die Bettenhäuser befanden sich fortlaufend in Modernisierung, ebenso wie die Intensivabteilungen, Funktionsbereiche und OP-Bereiche. Ein Meilenstein-Projekt während Böttchers Amtszeit: die Errichtung des ersten Linksherzkathetermessplatzes in 2004 im Krankenhaus Buchholz. „Das war vor 20 Jahren noch nicht selbstverständlich in Krankenhäusern unserer Größenordnung. Inzwischen hat Buchholz zwei und Winsen ebenfalls einen Linksherzkathetermessplatz. Das war ein Quantensprung für die Versorgung der Bevölkerung im Landkreis Harburg“, erklärt Böttcher.
Jede Abteilung wurde während seiner Laufbahn systematisch weiterentwickelt, sodass sie zu einem zentralen Bestandteil des einen Schwerpunkt-Krankenhauses, verteilt auf zwei Standorte, wurde – sei es die Zentrale Notaufnahme, die Endoskopie oder die Kreißsäle mit ihrem Wehengarten / ihren Wehenterrassen.

Die Mitarbeiterzahl der einstigen Kreiskrankenhäuser aus den Fünfziger- und Sechziger-Jahren stieg unter der Führung von Norbert Böttcher von 750 auf 2400. Auch als Ausbildungsbetrieb nehmen die Krankenhäuser einen wichtigen Stellenwert in der Region ein. Knapp 250 junge Leute werden hausintern jährlich in den verschiedenen Berufen des Gesundheitswesens aus- und weitergebildet. Während seiner Amtszeit entstanden in einem rasanten Wachstum neue Einrichtungen, die Norbert Böttcher von der Konzeption über den Bau bis hin zur Umsetzung selbst begleitete. Das Krankenhaus Winsen gilt zurzeit erst einmal als vollständig saniert. Allein in den letzten Jahren wurden 55 Mill. Euro investiert. Das ist mehr als die doppelte Summe der damaligen Neubaukosten im Jahr 1974.

Für das Krankenhaus Buchholz wurde ein Masterplan für eine grundlegende Modernisierung entwickelt und mit dem Sozialministerium vereinbart. Die Umsetzung dessen geschieht in vier Bauabschnitten und umfasst insgesamt mehr als 100 Mill. Euro. Die ersten beiden Bauabschnitte mit 20 Mill. Euro wurden bereits realisiert. Der dritte Bauabschnitt mit weiteren 20 Mill. Euro wurde gerade begonnen und die ersten Genehmigungsbescheide liegen vor. Der vierte Bauabschnitt mit einem Finanzvolumen mit über 60 Mill. Euro wird dann die Herausforderung für die neue Geschäftsführung sein.

„Norbert Böttcher kann auf ein beeindruckendes Lebenswerk zurückblicken. Mit dem Abschied als Geschäftsführer unserer Krankenhäuser in Buchholz und Winsen endet nach über 32 Jahren eine Ära. Er hat stets das große Ganze im Blick behalten und einen unverzichtbaren Beitrag zur Gesundheitsversorgung im Landkreis Harburg geleistet. Man kann ohne zu übertreiben sagen, dass sich unsere Krankenhäuser unter seiner Leitung von klassischen Kreiskrankenhäusern alter Prägung hin zu medizinischen Hochleistungszentren entwickelt haben. Auf diesem Weg gab es manche Hürde zu nehmen und nicht selten auch schwierige Überzeugungsarbeit an verschiedensten Stellen zu leisten. Beides ist Norbert Böttcher stets gelungen. Gleichzeitig verstand er es, viele hervorragend qualifizierte Persönlichkeiten oft über viele Jahrzehnte an unsere Häuser zu binden – beileibe keine Selbstverständlichkeit. Denn wir alle wissen auch: Die Rahmenbedingungen für Krankenhäuser werden immer schwieriger und der Kampf um Fachkräfte gehört inzwischen zu den größten Herausforderungen im Krankenhauswesen“, so Landrat Rainer Rempe. Auch der CDU Landtagsabgeordnete Dr. Bernd Althusmann beschreibt Norbert Böttcher als „einen Mann der Tat, der es verstanden hat, Menschen zu verbinden“.

Doch nicht nur seine Qualitäten als Geschäftsführer, seine herausragende Führungspersönlichkeit und sein politisches Wirken in der Region brachten Norbert Böttcher stets hohe Akzeptanz bei seinen Mitmenschen ein. Auch durch seine hohe Einsatzbereitschaft und sein soziales Bewusstsein, das sich in seinem ehrenamtlichen und karitativen Engagement wiederspiegelt, hat er den Landkreis Harburg nachhaltig geprägt. Seit fast 30 Jahren leitet er ehrenamtlich den DRK-Kreisverband Harburg-Land in seiner Funktion als Präsident. Darüber hinaus wechselte er vor Kurzem an die Spitze des Rotary Clubs Winsen. Zusätzlich engagiert er sich in Aufsichtsräten anderer Krankenhäuser und bekleidete über 25 Jahre lang die Position des Geschäftsführers der Bezirksarbeitsgemeinschaft Lüneburg der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft. Damit einher ging auch seine Mitgliedschaft im Beirat der NKG und in der Krankenhausschiedsstelle. Langjährige Weggefährten bezeichnen Böttcher als „Koalitionsschmied“. Dass das voll und ganz auf ihn zutrifft und ein erfolgversprechender Weg ist, zeigt auch die Gründung des Elbe-Heide-Krankenhausverbundes, an dem er maßgeblich beteiligt war sowie die Zusammenarbeit mit engen Kooperationspartnern, wie der Waldklinik Jesteburg und dem Albertinen-Krankenhaus des heutigen Immanuel-Albertinen Diakoniewerks.
Sowohl das Krankenhaus Buchholz als auch das Krankenhaus Winsen sind seit 20 Jahren akademische Lehrkrankenhäuser der Universität Rzeszóv und der Universität Hamburg. Norbert Böttcher ist ebenfalls Träger der Ehrenmedaille der Universität Rzeszóv.

Auch in Zukunft wird Böttcher nicht „ruhen“, sondern – ganz im Gegenteil – sich weiterhin tatkräftig in seinen zahlreichen Ämtern engagieren. „Ich bin ein Mensch, dem nicht so schnell langweilig wird. Mein ehrenamtliches Engagement in vielen Bereichen wird mich auch in Zukunft fordern“, versichert Böttcher und gesteht: „Ich freue mich aber auch auf mehr Zeit für meine Familie und Hobbies wie Radfahren und Musik“.

Maßgeblichen Anteil an der Erfolgsgeschichte der beiden Krankenhäuser Buchholz und Winsen hat auch Dr. Christian Pott, seit 40 Jahren Ärztlicher Direktor und Prokurist im Krankenhaus Buchholz. Er wird, gemeinsam mit Norbert Böttcher, in den wohlverdienten Ruhestand gehen.

Die Nachfolge von Norbert Böttcher und Dr. Christian Pott treten ab dem 1. September 2023 drei Köpfe an: Dr. Franziska von Breunig, ehemals in leitender Funktion am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig, Kai Uffelmann, ehemaliger Erster Kreisrat und Leiter Finanzmanagements des Landkreises Harburg, sowie Klaus-Jörg Bossow, zurzeit Prokurist der Krankenhäuser.

 

 

 

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