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Winsen jetzt Viszeralonkologisches Zentrum

BU 1 (v.l.) Chefarzt Dr. Holger Meisel, Oberärztin Katrin Unverwerth, Oberärztin Stefanie Rähder-Johnson, Leitender Oberarzt Dr. Rüdiger Matthes, Medizinische Fachangestellte Jessica Meyer, stellvertretende Leitung Endoskopie Nicole Schönewerk, Leitung Endoskopie Ingrid Hansen

Das Krankenhaus Winsen ist jetzt von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) als Viszeralonkologisches Zentrum zertifiziert worden. Ein großer Erfolg für die Viszeralchirurgie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Holger Meisel.

Im Viszeralonkologischen Zentrum Winsen, einem von insgesamt 13 in Niedersachsen, werden Tumoren des Magendarmtrakts behandelt mit dem Schwerpunkt Bauchspeicheldrüsenkrebs und Darmkrebs. Vorteil für Patienten: Durch engmaschige Qualitätskontrollen unabhängiger Experten, detaillierte Dokumentation der Patientendaten und enge Zusammenarbeit aller an der Behandlung beteiligten Fachdisziplinen nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen können zertifzierte Zentren bessere Behandlungsergebnisse erzielen als nicht-spezialisierte Krankenhäuser.

Nach wie vor hat Bauchspeicheldrüsenkrebs eine schlechte Prognose. Da es praktisch keine Frühwarnzeichen gibt, wird der Tumor häufig nur zufällig entdeckt, z.B. bei einer Röntgenschichtaufnahme oder bei einer Ultraschalluntersuchung. Treten erst Beschwerden auf, ist es oft zu spät, um den Patienten zu heilen, erläutert Dr. Holger Meisel.  

Jährlich 30 bis 40 Patienten aus dem gesamten Landkreis kommen mit der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs in das Krankenhaus Winsen, die meisten davon sind über 70 Jahre alt. Das multiprofessionelle Winsener Team bemüht sich, diesen Patienten auch dann, wenn keine Heilung mehr möglich ist, eine längere Lebenszeit bei guter Lebensqualität zu schenken.

Eine differenzierte Diagnostik ist Voraussetzung für alle weiteren Schritte. Mit einer speziellen inneren Ultraschalluntersuchung (Endosonographie), die Leitender Oberarzt Dr. Rüdiger Matthes in der Medizinischen Klinik des Krankenhauses Winsen durchführt, ist es möglich, die Bauchspeicheldrüse genauestens abzubilden und Gewebsproben zu entnehmen, um zu klären, ob es sich wirklich um einen Tumor oder vielleicht um eine harmlose Zyste handelt. Auf der Basis dieser Untersuchung entscheidet eine interdisziplinäre Tumorkonferenz, der auch Ärzte aus dem Krankenhaus Buchholz angehören, über die  weitere Therapie.

Bauchspeicheldrüsenkrebs wächst sehr aggressiv und bildet früh Metastasen. Die Geschwulst kann nur erfolgreich operiert werden, wenn sie noch klein ist. Dabei werden Teile der Bauchspeicheldrüse oder auch das gesamte Organ entfernt. Medikamente ersetzen die Hormone, u.a. Insulin, die die Bauchspeicheldrüse zur Regulation des Blutzuckerspiegels produziert.

Manche Eingriffe, die Dr. Meisel bei diesem Krankheitsbild durchführt, haben nicht die Heilung zum Ziel. Sie dienen vielmehr dazu, den Patienten unnötige Schmerzen zu ersparen: Stents können verschlossene Gallengänge öffnen und gestaute Gallenflüssigkeit abfließen lassen oder Verdauungswege zugänglich machen, sodass der Patient wieder essen und trinken kann. Eine Strahlenbehandlung im Krankenhaus Buchholz nimmt den Schmerz, den Knochenmetastasen auslösen können.

Auch in der medikamentösen Therapie, für die das Viszeralonkologische Zentrum Winsen mit Onkologen in Lüneburg und im Krankenhaus Buchholz zusammenarbeitet, hat es Fortschritte gegeben. „Oft können wir das Leben der Patienten deutlich verlängern, und das bei wenig Nebenwirkungen“, so Dr. Meisel.

Kennzeichen des zertifzierten Zentrums ist die Orientierung an Leitlinien, die den neuesten Stand der Forschung widerspiegeln. Hier greift ein Rädchen in das andere. Oberärztin Stefanie Rähder-Johnson ist Koordinatorin des Zentrums und stimmt die einzelnen Arbeitschritte miteinander ab. Nach Möglichkeit werden Patienten in Studien vermittelt, in denen neue Behandlungswege erprobt werden. Die Psychoonkologin Monika Corsten kommt zweimal in der Woche, um sich besonders belasteter Patienten anzunehmen. Auch nach dem Ende der klinischen Behandlung werden die Patienten nicht allein gelassen. „Niemand verlässt das Krankenhaus, ohne dass wir etwas für ihn organisiert haben, sei es eine Reha, eine Unterbringung im Hospiz oder einen ambulanten Palliativpflegedienst, der die Kranken zu Hause versorgt“, bestätigt Rähder-Johnson.

 

 

 

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