Aktuelles

Wenn Schmerzen den Alltag bestimmen

Schmerzpatientin Claudia Brandes (links) fühlte sich in der IMST in Winsen sehr gut aufgehoben. Hier mit Dr. Franziska Bonin, Oberärztin Spezielle Schmerztherapie (rechts).

Heute geht es Claudia Brandes dank ihres dreiwöchigen Aufenthalts auf der IMST im Krankenhaus Winsen besser. Sie möchte auch andere Schmerzpatienten dazu ermutigen, diesen Schritt zu gehen.

Das Krankenhaus Winsen beteiligt sich auch in diesem Jahr wieder am bundesweiten „Aktionstags gegen den Schmerz“ – organisiert von der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. Am 2. Juni 2026 können sich niedergelassene Ärzte, Therapeuten und Interessierte über das innovative und in Nordost-Niedersachsen einzigartige Behandlungskonzept der Interdisziplinären Multimodalen Schmerztherapie (IMST) im Krankenhaus Winsen informieren. Neben einem Impulsvortrag zum Thema „Vegetatives Nervensystem“ können Besucher vielfältige Mitmachaktionen wahrnehmen und Einblicke in unterschiedliche Therapieformen, z.B. Musiktherapie erhalten.


 
„Heute weiß ich, wie ich mit Schmerz- und Erschöpfungsspitzen umgehen kann“ - Claudia Brandes, Schmerzpatientin

 

Wie es sich anfühlt, wenn Schmerzen ständige Begleiter sind, weiß Claudia Brandes aus Seevetal. Seit Jahrzehnten leidet die 52-jährige unter Ganzkörperschmerzen, Kribbeln der Finger, Schwellungen des rechten Beins, Dauerschmerzen und regelrechten Schmerzattacken. Hinzu kommen Einschlaf- und Konzentrationsstörungen, chronische Erschöpfung, Herzrasen, Schweißausbrüche, Atemnot. Die Liste der Beschwerden ist lang, die Lebensqualität stark eingeschränkt. Ein Marathon von einer Arztpraxis zur nächsten beginnt. Alltägliche Dinge wie Lesen, Reiten oder Treffen mit Freundinnen rauben der zweifachen Mutter Kraft und sind fast unmöglich geworden. Chronischer Schmerz beeinflusst die Psyche, das soziale Umfeld – kurzum: das ganze Leben. „Übliche Schmerzmittel und Behandlungsmethoden versagen häufig bei chronischen Schmerzstörungen. Sie können sogar dazu beitragen, Schmerzen weiter zu chronifizieren“, erklärt Dr. Gabriele Heuschert, Sektionsleiterin der Interdisiziplinären Multimodalen Schmerztherapie (IMST) am Krankenhaus Winsen. Gemeinsam mit Schmerzmedizinerin Dr. Franziska Bonin und dem Therapeutenteam vor Ort behandelte und begleitete sie Claudia Brandes mithilfe ihres innovativen und multimodalen Behandlungskonzeptes. Es besteht aus einer dreiwöchigen stationären Therapie und basiert auf einer engen Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Die Patienten werden in Winsen von Schmerzmedizinerinnen, Psychologinnen, spezialisierten Pflegekräften sowie Physio-, Ergo- und Kunsttherapeutinnen betreut. „Die Therapie findet zwecks gegenseitigem Austauschs und Unterstützung zwar bewusst in Kleingruppen von acht Personen statt – die Therapiemaßnahmen, eine Mischung aus Gesprächen und Aktivitätsangeboten, werden aber auf die individuellen Krankheits- und Beschwerdebilder der Patienten angepasst. Die IMST gibt den Patienten auch Empfehlungen zur Weiterbehandlung an die Hand.“, so Dr. Franziska Bonin. Ziel der Therapie ist es nicht, die vollständige Schmerzfreiheit zu erreichen, sondern die Mobilität zu verbessern und die Lebensqualität nachhaltig zu steigern. Im Mittelpunkt steht dabei, die Befähigung der Patienten, ihren Alltag wieder eigenständig zu gestalten, neuen Lebensmut zu schöpfen und wirksame Strategien zu entwickeln, mit den Schmerzen umzugehen. „Ich war fest davon überzeugt, das Pensum der Therapie nicht zu schaffen. Am Ende der drei Wochen war ich deshalb sehr positiv überrascht, dass es mir besser ging“, schildert Claudia Brandes. „Ganze Tage auf den Beinen strengen mich immer noch sehr an, aber ich weiß heute, wie ich mit Schmerz- und Erschöpfungsspitzen umgehen kann“, ergänzt sie. „Ich mache Dehnübungen, kleine Spaziergänge oder ruhe mich bewusst aus“.
 
Vom Glück dieser Erde und dem Weg aus der Schmerzspirale
Wer die sportliche 52-jährige heute sieht, kann ihren langen Leidensweg nur erahnen. Sie reitet, macht Yoga, geht zum Feldenkrais, liebt Spaziergänge und meditiert. Und doch ist das alles mit viel Anstrengung verbunden, der Schmerz ist fast immer da. Aber weniger präsent, für kurze Episoden verschwindet er sogar. Dass das möglich ist, verdankt sie ihrer Beharrlichkeit auf dem Weg aus der Schmerzspirale: „Den entscheidenden Tipp für die IMST Winsen bekam ich von meinem Schmerztherapeuten. Es war meine letzte Chance, etwas an meinem Leben zu verändern. An den Erfolg habe ich aber lange nicht geglaubt.“ Ein großes Glück sei auch ihr Ehemann, er unterstütze sie in allem. So auch in der Erfüllung ihres größten Wunsches: einer Ausbildung zur Pferdeosteopathin.
 
Auf einen Blick:
Informationsveranstaltung zum „Aktionstag gegen den Schmerz“
Wo? Krankenhaus Winsen, Seminarraum und Station 3, IMST
Wann? Dienstag, 2.Juni 2026, 9-12:00 Uhr
 
Die Teilnahme ist kostenlos. Voranmeldungen sind aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl unbedingt erforderlich. Bitte melden Sie sich dafür telefonisch unter 04171-13-4660 oder per E-Mail an imstwinsen@krankenhaus-winsen.de an.

Zurück
Founded by the European Union
Zertifikat 1
Zertifikat 2
Zertifikat 12
Zertifikat 6
Zertifikat 7
Zertifikat 8
Zertifikat 9
Zertifikat 11
Zertifikat 13
Zertifikat 15
Zertifikat 16
Zertifikat 17
Zertifikat 18
Zertifikat 22