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Spahn unterstützt Digitalisierungskonzept der Krankenhäuser

Das presseöffentliche Gespräch in der Eingangshalle des Krankenhauses Winsen mit (v.l.) Dr. Christian Pott, Norbert Böttcher, Jens Spahn, Dr. Bernd Althusmann, Rainer Rempe und Dr. Heiner Austrup

Geschäftsführer Norbert Böttcher (li.) begrüßt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und den stellvertretenden niedersächsischen Ministerpräsidenten Dr. Bernd Althusmann vor dem Krankenhaus Winsen

Minister Spahn mit (v.li) Dr. Bernd Althusmann, Michael Grosse-Brömer (MdB), Geschäftsführer Norbert Böttcher, Svenja Stadler (MdB) und Ärztlichem Direktor Dr. Heiner Austrup

Minister Spahn sprach auch mit den Teilnehmern einer Demonstration der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di vor dem Krankenhaus Winsen

Hoher Besuch im Krankenhaus Winsen: Auf Vermittlung von Dr. Bernd Althusmann, stellvertretender niedersächsischer Ministerpräsident, besuchte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Krankenhaus Winsen. Im Gespräch mit Landrat Rainer Rempe und dem Direktorium des Krankenhauses vertreten durch Geschäftsführer Norbert Böttcher, die Ärztlichen Direktoren Dr. Christian Pott und Dr. Heiner Austrup sowie die Pflegedienstleitungen Angelika Hutsch und Volker Wiesch informierte sich Spahn über die besondere Situation der Krankenhäuser in Corona-Zeiten. Politprominenz wie die Bundestagsabgeordneten Svenja Stadler und Michael Grosse-Brömer sowie Landtagsabgeordneter André Bock und zahlreiche Krankenhausmitarbeiter verfolgten die Diskussion.

Einen besonderen Schwerpunkt bei dem Treffen nahm das neue Konzept des länderübergreifenden telemedizinischen Gesundheitsversorgungsnetzwerks zwischen dem Land Niedersachsen und der Stadt Hamburg ein. Geschäftsführer Böttcher umriss die Ziele des Netzwerks, zu dem die Krankenhäuser Buchholz und Winsen mit der Waldklinik Jesteburg und auf Hamburger Seite das Universitätskrankenhaus Eppendorf, das Albertinenkrankenhaus und das Asklepios-Krankenhaus Harburg gehören und das das erste länderübergreifende Netzwerk dieser Art in Deutschland sein wird.

Hintergrund der Planung ist die zunehmende Konzentration von Krankenhausstandorten in Niedersachsen. Mithilfe von Digitalisierung und Telemedizin könnten die Krankenhäuser im Landkreis mit Hamburger Maximalversorgern kooperieren und so ihren Patienten den gleichen Behandlungsstandard wie diese Maximalversorger bieten, so Böttcher. Spahn, der die Auffassung vertritt, ?dass nicht jeder Gesundheitsversorger alles können und bieten muss?, zeigte sich sehr aufgeschlossen gegenüber dem Konzept, über das am 9. September im niedersächsischen Landtag beraten werden soll. ?Das finde ich gut?, so der Bundesminister zu dem Konzept.

Jahrelang sei die Entwicklung der Pflege in die falsche Richtung gegangen, so Spahn. Doch zu wenig Pflege koste Patientenleben. Jetzt wolle man die Negativspirale umkehren durch Verbesserungen, die spürbar im Alltag der Beschäftigten ankämen. Spahn erwähnte in diesem Zusammenhang die  Herausnahme der Pflegekosten aus der Berechnung der Fallpauschalen (standardisierter Behandlungssummen, die Krankenhäuser für Patienten erhalten) und die vollständige Refinanzierung von zusätzlichen Pflegekräften, die zahlreiche Neueinstellungen ermöglicht habe. An der Pflege zu sparen, um beispielsweise Investitionen in Gebäude zu finanzieren, sei jetzt nicht mehr möglich.

Personaluntergrenzen, die gewährleisten sollen, dass Stationen stets ausreichend besetzt sind, ebenso wie die gestiegene öffentliche Wertschätzung in Zeiten von Corona tragen nach Worten Spahns dazu bei, den Pflegeberuf attraktiver zu machen. In diesem Zusammenhang äußerten Krankenhausbeschäftigte allerdings Kritik daran, dass die Sicherung einer guten Stationsbesetzung mit vielen komplizierten Vorschriften und hohem bürokratischen Aufwand verbunden sei.

Eine wichtige Aufgabe sei es, genug beruflichen Nachwuchs für die Pflege zu gewinnen, so Spahn.  Hier arbeite die Bundesregierung darauf hin, die finanzielle Ausstattung der Pflegeschulen zu verbessern, die Schulgebühren aufzuheben und allen Auszubildenden eine Vergütung zu zahlen, wie es in der Gesundheitsfachschule der Krankenhäuser bereits seit Jahren getan wird. 

Die Beschäftigung von ausländischen Pflegekräften, wie sie die Krankenhäuser Buchholz und Winsen mit 15 Pfleger*innen von den Philippinen erstmals vornimmt, sieht Spahn positiv. Visa- und Anerkennungsverfahren sollten beschleunigt werden.

Nicht festlegen wollte sich der Minister bei der Frage nach einer Ausweitung des Corona-Bonus in der Altenpflege auch auf Pflegekräfte in Krankenhäusern. ?Wir werden uns bemühen, faire Lösungen zu erarbeiten?, sagte Spahn unter Verweis auf die beschränkten Finanzmittel.

In der heutigen Situation sei die Pflege selbst gefordert, sich zu organisieren, um ihre Forderungen durchzusetzen, denn ?sie sitzen jetzt am längeren Hebel?, so Spahn. Mitglieder der Dienstleistungsgesellschaft ver.di kamen Spahns Forderung sogleich nach: Vor dem Krankenhaus-Ausgang empfingen sie den Minister mit einer Minidemo für bessere Arbeitsbedingungen. Auch hier zeigte sich der Politiker zugänglich und sprach mit den Demonstranten.

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