Krankenhaus Buchholz

05.11.2018 - Zuwendung, Ermutigung und Pflege

Körperliches Training hilft Senioren, wieder Kraft aufzubauen

Leitet die Geriatrische Frührehabilitation in Winsen: Dr. Oliver Haartje

Die Gesellschaft wird immer älter. Das spüren auch die Krankenhäuser. Patienten im fortgeschrittenen Alter benötigen länger, um wieder gesund zu werden, und sind auf mehr Zuwendung, Ermutigung und Pflege angewiesen. Dazu kommt: Viele Ältere leiden an einer Demenz. Um dieser Situation gerecht zu werden, hat das Krankenhaus Winsen jetzt eine Station zur Geriatrischen Frührehabilitation mit sechs Patientenplätzen eingerichtet. Sie wird geleitet von Dr. Oliver Haartje. Der internistische Oberarzt hat zehn Jahre im Krankenhaus Buchholz mit dem Schwerpunkt Geriatrie gearbeitet.

Dr. Haartje weiß: „Satt und sauber“ genügt nicht. Vielmehr komme es darauf an, die Patienten ganzheitlich zu betrachten. Wie sind sie sozial eingebunden, wer sind ihre Bezugspersonen, kümmern sich Angehörige um sie? Auch eine Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und vor allem dem Hausarzt des Patienten sowie ehrenamtlichen Versorgungshelfern wird gesucht, um dem erkrankten Senior eine Rückkehr in die eigenen vier Wände zu ermöglichen. Je früher die Förderung einsetzt, desto erfolgreicher ist sie.

Als Maßstab für die Aufnahme in die geriatrische Frührehabilitation gilt das Alter – ab 65 Jahre - jedoch vielmehr noch der körperliche und geistige Zustand der Erkrankten. „Wir wollen durch umsichtiges Eingreifen verhindern, dass die Patienten dauerhaft in eine starke Abhängigkeit von fremder Hilfe geraten“, sagt Dr. Haartje und hat dabei ein konkretes Bild vor Augen: Einen alten Mann, der nur noch teilnahmslos im Bett lag. Durch behutsame aktivierende Maßnahmen – der Patient wurde angekleidet und in einen Aufenthaltsraum gebracht, in dem er mit anderen Patienten Kontakt aufnehmen konnte -  besserte sich sein Zustand schnell. Schon bald saß er mit anderen am Tisch und spielte Schach.  Ein Erlebnis, dass Dr. Haartje so beeindruckte, dass er sich zum geriatrischen Facharzt ausbilden ließ.

Aktivierung ist auch ein wichtiger Teil des Winsener Behandlungskonzepts, das auf einer engen Zusammenarbeit mit der Waldklinik Jesteburg beruht. Die Abteilung verfügt über eine eigene Physiotherapeutin. Direkt neben den Patientenzimmern steht ein Physiotherapieraum mit dem ergometerähnlichen Trainingsgerät NuStep zur Verfügung. An einem großen, hellen Tisch können die Patienten Klönschnack halten und ihre Mahlzeiten gemeinsam einnehmen. Ergotherapeuten aus der Waldklinik und speziell geschultes Pflegepersonal helfen dabei, die Dinge des täglichen Lebens wieder zu erlernen: Zähne putzen, sich anziehen, zur Toilette gehen. Eine Logopädin sieht regelmäßig nach den Patienten, um mit logopädischen Übungen dem im hohen Alter häufigen Verschlucken vorzubeugen.

Alle, die sich im Krankenhaus Winsen um die Senioren in der Abteilung für Frührehabilitation kümmern, zeigen große Geduld und Engagement. Sie haben gelernt, nicht nur auf Worte zu hören. Sondern die Emotionen dahinter zu erkennen und feinfühlig darauf zu reagieren. Dr. Haartje ist sicher: „Die Station für Geriatrische Frührehabilitation in Winsen wird in den nächsten Jahren wachsende Bedeutung bekommen.“    

 

 

 

 


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