Krankenhaus Buchholz

28.02.2019 - Wenn Schüler zu Chefs werden

Operation Zukunft im Krankenhaus Winsen: Vierzehn Tage lang leiteten 22 Auszubildende zum Gesundheits- und Krankenpfleger die Station sechs für Orthopädie. Ausbilder, Patienten und auch die Teilnehmer selbst waren hoch zufrieden mit dem Ergebnis.

Fünf Semester an der Gesundheitsfachschule Buchholz haben die jungen Leute schon hinter sich, wenn ihnen die verantwortungsvolle Aufgabe der Stationsleitung auf Zeit übertragen wird. Obwohl regelmäßige Arbeit mit Patienten zu ihrer dreijährigen Ausbildung gehört, kommen sie vor dem Projekt normalerweise nicht in die Lage, alles selbst entscheiden zu müssen, sich zu organisieren, Dienstpläne zu schreiben, Medikamente zu verwalten und nachzubestellen, mit Ärzten, Labor oder Rettungsdienst zu kommunizieren, klare Anweisungen zu geben und komplexes Timing sicher zu beherrschen. „Das ist der Sinn dieser Übung. Die Schüler sollen erfahren, was nach der Ausbildung auf sie zukommt und ein Gefühl dafür bekommen, was sie schon können und was sie bis zum Examen im Sommer noch verbessern sollten“, erläutert Projektleiterin Heike Winckelmann, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Corinna Moltkau und Stationsleitung Astried Wiegels die Krankenpflegeschüler betreute.

Eigenständig bildeten die Auszubildenden Arbeitsgruppen und waren flexibel genug, um auch die zahlreichen Personalausfälle während einer Grippewelle souverän zu überbrücken.

Ekaterina Koszlova (23) aus Winsen und Viktoria Vorwerk (20) aus Schneverdingen sammelten als von den Schülern gewählte Stationsleitung erste Erfahrungen mit dem Chefsein. Stets ein offenes Ohr für die Kollegen haben, zuhören ohne zu bewerten, unterstützen, schlichten und vermitteln – für die beiden jungen Frauen kein leichter Job. Doch sie haben ihn gut gemeistert, so das Urteil der Praxisanleiter. Diese 14 erfahrenen Pflegefachkräfte waren während der gesamten Projektzeit mit von der Partie, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten. Doch sie hielten sich im Hintergrund. Ihr Eingreifen war nicht notwendig.

Bei den Patienten strahlende Gesichter. Kein Wunder: „Unsere Krankenpflegeschüler sind außerordentlich fürsorglich und bemüht“, so Astrid Wiegels. „Diese jungen Leute bringen frischen Wind auf die Station und ihnen öffnen sich auch Patienten, die sonst sehr zurückhaltend sind“, findet Ärztlicher Direktor Dr. Heiner Austrup, Chefarzt der Orthopädie, auf dessen Station das Projekt zum siebten Mal in Folge stattfand.

Eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Der starke Praxisbezug macht die Pflegeausbildung für Bewerber noch attraktiver. Und die Krankenhäuser bekommen ausgezeichnet ausgebildete neue Fachkräfte. Alle Examinierten erhalten ein Übernahmeangebot. Die Operation Zukunft – ein erfolgreiches Projekt, mit dem die Kliniken im Landkreis Harburg dem allerorts beklagten Pflegenotstand ein Schnippchen schlagen.


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