Krankenhaus Buchholz

23.04.2019 - Mehr Praxis für künftige Pflegeprofis

Auf der Lernzieltafel halten die Schüler ihre Ausbildungswünsche fest: Hier Schulleiterin Eva Husung im Gespräch mit Marie-Kristin Unger (li.) und Nadine Wittenberg

Neue Wege gehen die Krankenhäuser Buchholz und Winsen. Ab sofort gibt es in beiden Häusern Ausbildungsstationen, auf denen ständig bis zu jeweils zehn Schüler der Gesundheitsfachschule Buchholz arbeiten und engmaschig betreut werden. „Ein wichtiger Schritt zur qualitativen Aufwertung der Ausbildung“, so Schulleiterin Eva Husung und Pflegedienstleiter Thomas Leonforte.

Die medizinischen Möglichkeiten entwickeln sich immer weiter. Und gleichzeitig wird die Bevölkerung immer älter. Das Aufgabenspektrum der Gesundheits- und Krankenpfleger ist deshalb enorm gewachsen. Jeden Tag sehen sie sich neuen Herausforderungen gegenübergestellt. Zwar gehört ein solider Praxisanteil von insgesamt 2.500 Stunden zur dreijährigen Ausbildung, doch die Erfahrung zeigt: Das ist nicht genug, um jeden Auszubildenden für wirklich jede Situation seines künftigen Berufslebens fit zu machen.

Auch fehlte bisher die Rundumsicht auf den Patienten. Wie ist sein Weg von der Aufnahme über die Behandlung bis hin zur Entlassung? Welche verwaltungstechnischen Schritte sind notwendig? Welche Gutachten, Papiere, Untersuchungen? Nicht selten begann die Karriere vieler examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger angesichts der Vielfalt dieser Aufgaben mit einem Praxisschock.

Mit dem neuen Lernmodell wird nichts mehr dem Zufall überlassen. Jeder Auszubildende erhält für jeden Tag auf der Station einen eigenen Anleiter zugeordnet. Der Auszubildende notiert auf einer Tafel seine persönlichen Lernziele, etwa „ich brauche noch Übung beim Kathetern“. Nun weiß jeder Examinierte Bescheid. Und sobald sich im Stationsalltag eine entsprechende Situation ergibt, wird der Fachschüler dazugeholt.

„Die Ausbildung ist jetzt viel individueller geworden“, sagen Lisa Kanna (26) aus Buchholz und Ljiljana Jovanovic-Rother (47) aus Winsen. Sie sehen sich zur Selbstreflexion ermutigt und dazu, noch stärker Verantwortung und Inititiative zu übernehmen. „Wir haben mehr Zeit für das Praktische, mehr Freiraum, uns selbst auszuprobieren, und mehr Sicherheit im Examen“, lobt Viktoria Vorwerk (20) aus Schneverdingen. Auch Praxisanleiterin Kirstin Achtner (51), ist zufrieden: „Wir bekommen viel engeren Kontakt mit den Schülern, können sehen, wie sie fachlich wachsen. Und haben unseren Spaß daran, ihnen zu zeigen, dass man den Pflegeberuf lieben kann.“ Dabei hilft auch die Tatsache, dass die künftigen Pflegeprofis schon während der Schulzeit spätere mögliche Weiterqualifizierungen kennenlernen können wie etwa die Pflege von Demenzkranken oder die Bobath-Therapie zur Behandlung von Störungen des Zentralnervensystems.

Die Patienten auf den Ausbildungsstationen spielen begeistert mit. Für sie sind die jungen Leute ein willkommenes Plus an Pflegekräften. Und für die Krankenhäuser Buchholz und Winsen ist das neue Ausbildungsmodell eine Investition in die Zukunft, mit der sie die dann hochqualifizierten Absolventen ermutigen wollen, den Kliniken auch nach dem Examen treu zu bleiben.  

 

 


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