Krankenhaus Buchholz

23.01.2019 - Infos über Adipositas-Operationen

Manuel Nielsen in einem Jackett, das ihm viel zu weit geworden ist

Am Donnerstag, 7. Februar, 19 Uhr, im Krankenhaus Winsen berichtet Dr. Hübner, was eine Magenentfernung für den Körper bedeutet, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und für wen sich ein solcher Eingriff eignet.

Hier der Bericht eines jungen Mannes, der durch eine Magenverkleinerung wieder schlank geworden ist:

 

„Ich verzichte auf gar nichts“

Wie Manuel Nielsen 55 Kilo verlor und seitdem von Diabetes geheilt ist

 

Manuel Nielsen (38) ist erfolgreicher Immobilienmakler in Rotenburg/ Wümme. Ein Mensch, der weiß, was er will. Genauso zielgerichtet wie seinen Beruf geht er auch persönliche Dinge an. Ohne zu zögern hat sich der gebürtige Buxtehuder im Mai vergangenen Jahres im Krankenhaus Winsen einer Magenverkleinerung unterzogen. Und seither 55 Kilo abgespeckt.

Seit frühester Kindheit gehörte Nielsens Leben dem Fußball. Viele Jahre lang spielte er und war außerdem Herren-Fußballtrainer. Nach einem Unfall machte sein rechtes Knie die Dauerbelastung durch den Sport nicht mehr mit. Nielsen saß überwiegend im Büro. Unausgewogene  und unregelmäßige Mahlzeiten brachten Zusatzpfunde. „Ich habe nie viel über mein Essverhalten nachgedacht, aber auch nicht Unmengen in mich hineingeschaufelt“, berichtet Nielsen. Er setzte an. Die Gelenke schmerzten und eine hartnäckige Schuppenflechte quälte ihn. Seine impulsive Art prägte sich immer stärker aus und er verlor schnell die Nerven. Was er nicht wusste: Er war an Diabetes zwei erkrankt, einer Stoffwechselstörung, die im Zusammenhang mit Ernährung und Bewegungsmangel steht. Ein Bluttest brachte die Diagnose. Und Nielsen bekam Tabletten und Spritzen. Schon bald spürte er, wie er wieder ruhiger wurde. Gleichzeitig wurde ihm bewusst, dass er sein Leben ändern musste. Der Zufall kam ihm zur Hilfe. Denn er traf einen Bekannten, der so stark abgenommen hatte, dass er ihn anfangs kaum wiedererkannte. Dieser Bekannte erzählte ihm, dass er sich im Krankenhaus Winsen den Magen habe verkleinern lassen. Auch Nielsen meldete sich daraufhin im   Winsener Adipositas-Zentrum an. Ein halbes Jahr Ernährungsumstellung, ein halbes Jahr zusätzliches Sportprogramm, dazu psychologische Untersuchungen. Dann war für ihn der Weg zur OP gebahnt. Dank der engmaschigen Betreuung hatte er keinerlei Angst vor dem Eingriff, bei dem der größte Teil des Magens dauerhaft entfernt wird, Aber: „Die Zeit danach war hart, in der ersten Woche hatte ich das Gefühl, täglich einen  Sparringskampf beim Boxen zu machen“, gibt er zu.

Nach und nach entwickelte er Strategien, um mit der neuen Situation fertig zu werden, wie: „Erst trinken, dann essen.“ Die Umstellung gelang. Der Diabetes verschwand, die Schuppenflechte klang ab. Statt auf Schnitzel hat Nielsen jetzt Appetit auf leichte Asia-Gerichte wie Pekingsuppe. Und mit einem halben Vollkornbrötchen zum Frühstück ist er satt. Gelegentliche Ausreißer wie Fast Food sind auch mal drin „Mir fehlt es gar nichts, ich habe ein gutes Leben“, sagt Nielsen. Inzwischen wiegt er statt 150 Kilo nur noch 95 Kilo bei 1,83 Größe, trägt statt 4XL jetzt Größe L und hofft, mindestens weitere fünf Kilo zu verlieren. „Ich werde ganz anders wahrgenommen“, freut er sich. Und ist immer noch positiv überrascht, wenn er sich selbst im Spiegel sieht. Sein Fazit: „Ich hätte mich schon vor zehn Jahren operieren lassen sollen, meine Familie und ich haben dadurch extrem an Lebensqualität gewonnen!“

Die Kleidungsstücke aus seiner „großen Zeit“ hat Nielsen in acht Kartons gepackt und für 90 Euro auf dem Töster Flohmarkt verkauft. Der Käufer, ein junger Mann, bekam nicht nur Markenklamotten zum Schnäppchenpreis. Sondern auch eine Visitenkarte vom Adipositas-Zentrum Winsen. Er soll sich inzwischen dort zur Beratung angemeldet haben.

 

 


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