Krankenhaus Buchholz

07.01.2019 - Hilfe für die Wirbelsäule

Dr. Frank Raimund ist Spezialist für mikroinvasive Eingriffe an der Wirbelsäule

Der Neurochirurg Dr. Frank Raimund ist jetzt Leitender Oberarzt der Sektion Wirbelsäulenchirurgie innerhalb der Abteilung für Orthopädie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Heiner Austrup im Krankenhaus Winsen. In enger Kooperation mit Orthopäden, Unfallchirurgen, Neurologen und Physiotherapeuten behandelt er Patienten, die Rückenprobleme haben.

Dr. Raimund, der in Hamburg studiert hat, war zuletzt sechs Jahre Leitender Oberarzt der Wirbelsäulenchirurgie im AK Wandsbek, davor Facharzt für Neurochirurgie im UKE. Über die Gründe für seinen Wechsel sagt er: „Das Krankenhaus Winsen bietet das gesamte Spektrum der konservativen und operativen Therapiemöglichkeiten für Wirbelsäulenpatienten. Eine Versorgungsqualität, wie sie selbst in Hamburg nur an wenigen Kliniken geboten wird. Das hat mich gereizt“. Dr. Raimund lebt mit seiner Frau, einer Ärztin, und zwei Kindern in Jesteburg.

In der Wirbelsäulensprechstunde, die er gemeinsam mit Ärzten aus der Orthopädie betreut, untersucht Dr. Raimund die Patienten und erstellt ein individualisiertes Therapieschema. „Mehr als 80 Prozent aller akuten Rückenprobleme haben muskuläre Ursachen“, sagt der Facharzt. Was dann hilft: Physiotherapie, Schmerzmittel und ein wenig Geduld. Die meisten Verspannungen verschwinden ganz von allein wieder.

Setzen die Beschwerden plötzlich und heftig ein, steckt häufig ein Bandscheibenvorfall dahinter. Bandscheibengewebe dringt in den Wirbelkanal vor. Auch hier gilt die Operation als das letzte Mittel, erklärt Dr. Raimund. Eingegriffen wird beispielsweise, wenn Lähmungserscheinungen einsetzen, Beispiel: Der Fuß lässt sich nicht mehr heben oder die Blase nicht mehr kontrollieren. Sie zeigen an, dass Nerven Schaden nehmen.

Bleiben Rückenschmerzen über einen längeren Zeitraum bestehen, wird eine umfangreiche Diagnostik nötig. Dafür stehen im Krankenhaus Winsen sämtliche technischen Hilfsmittel bereit. Als Auslöser der Beschwerden erweisen sich dann häufig  strukturelle Veränderungen der Wirbelsäule. So zum Beispiel knöcherne Anbauten an den Wirbelkörpern. Sie engen den Wirbelkanal ein, in dem die Nerven verlaufen (Wirbelkanalstenose). Sind die Facettengelenke, die die Wirbel miteinander verbinden, stark abgenutzt (Facettengelenksarthrose), kann dies ebenfalls Probleme bereiten.  Bevor er operiert, reizt Dr. Raimund nach Möglichkeit die konservativen – also nichtoperativen -Behandlungsmethoden aus. Beispielsweise mit der Periradikulären Therapie (PRT), bei der schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente direkt an die gereizte Nervenwurzel gespritzt werden. Sind die Facettengelenke entzündet, können auch sie über eine Injektion direkt mit Medikamenten versorgt werden. Eine Kryo-Denervation kann bei der Facettengelenksarthrose ebenfalls hilfreich sein. Dabei werden mit Hilfe von Kälte schmerzleitende Fasern der Gelenkkapseln verödet. 

Rückenschmerz hat meist mehrere Ursachen. Bei Patienten, bei denen die Untersuchung sowie die MRT-Bilder keinerlei Hinweise auf den Ursprung der Beschwerden liefern, wird im Krankenhaus Winsen ein interdisziplinäres Team tätig, um festzustellen: Liegt die Schmerzursache wirklich im Rücken? Oder ist vielleicht die Hüfte, das Knie, ein muskuläres oder ein psychisches Problem der Auslöser?

Den kurzen Draht der einzelnen Fachabteilungen zueinander und den fächerübergreifenden Therapieansatz für Schmerzpatienten lobt Dr. Raimund als vorbildlich. Kommt das Team zu dem Ergebnis, dass tatsächlich operiert werden muss, ist Dr. Raimund als Neurochirurg auf mikroinvasive Verfahren spezialisiert. Das bedeutet: Er operiert mit dem Mikroskop, um die Verletzungen des hochempfindlichen Gewebes im Wirbelsäulenbereich möglichst gering zu halten.

Selbst für Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, für die keine erfolgversprechenden konservativen oder operativen Therapiemöglichkeit mehr zur Verfügung stehen, gibt es eine Perspektive. Bei ihnen kann ein Neurostimulator eingesetzt werden. Das kleine Gerät wird unter der Haut platziert und sendet über dünne Drähte, die Elektroden, schwache elektrische Signale an das Rückenmark. Auf diese Weise unterbricht es die Weiterleitung der Schmerzreize an das Gehirn. 

Anmeldung zur Wirbelsäulensprechstunde nach telefonischer Vereinbarung unter 04171 - 13 4601

und unter orthopäedie@krankenhaus-winsen.de

 

BU zu 0661 und 0651: Neurochirurg Dr. Frank Raimund ist Spezialist für Erkrankungen der Wirbelsäule

 

BU: 0599 Dr. Raimund berät eine Patientin mit Problemen in der Halswirbelsäule

 

BU: 0631ff Die Beweglichkeit des Patienten gibt wichtige Hinweise auf den Zustand der Wirbelsäule Fotos: Krankenhaus Winsen


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