Krankenhaus Buchholz

12.09.2018 - Fachaustausch und Völkerverständigung

Die Initiatoren des Treffens mit Dr. Heiner Austrup (Dritter v. r.), Christian Ponocny, (ganz li.) und Oliver Dörner (ganz r.)

Zum zweiten Mal war jetzt die Stadthalle Winsen Schauplatz eines Kongresses mit Teilnehmern aus ganz Europa:  Zum internationalen Physiotherapie Symposium trafen sich Krankenhausärzte aller Fachrichtungen, Universitätsprofessoren und Physiotherapeuten aus Polen, der Slowakei und Deutschland. Die Teilnehmer aus der Ukraine hatten aus persönlichen Gründen kurzfristig abgesagt. Thema der Zusammenkunft, zu der die Krankenhäuser Buchholz und Winsen eingeladen hatten: „Einer für alle? Aktuelle neurologische und orthopädische Behandlungskonzepte“.

„Unser Symposium ist nicht nur dem wissenschaftlichen Austausch auf höchstem Niveau verpflichtet, sondern auch der Völkerverständigung“, hob Norbert Böttcher, Geschäftsführer der Krankenhäuser Buchholz und Winsen, in einer Ansprache an die Gäste hervor. Dr. Heiner Austrup, Chefarzt der Orthopädie und Ärztlicher Direktor des Krankenhaus Winsen, machte in seiner Begrüßung deutlich, mit welchen Herausforderungen sich die Physiotherapie heute konfrontiert sieht. In Zeiten zunehmender Spezialisierung müsse überprüft werden, ob das Konzept, nach dem ein Physiotherapeut Patienten aus allen medizinischen Fachrichtungen optimal und individuell versorgen kann, wirklich noch zeitgemäß sei.

Oliver Dörner, Oberarzt der Inneren Medizin und zusammen mit Dr. Austrup wissenschaftlicher Leiter des Symposiums, ging in seinem Eröffnungsvortrag auf die Digitalisierung in der Medizin ein. Anhand von Beispielen aus dem Ausland machte Dörner deutlich, dass vielerorts die Kommunikation über das Internet an die Stelle der Sprechstunde getreten ist. Diagnose und Therapie per App – für Dörner kein Weg, der in die Zukunft führt. Der Oberarzt ermutigte die Physiotherapeuten dazu, die Digitalisierung aktiv in ihre Praxiskonzepte einzubeziehen. Das Internet könne ein wertvolles Hilfsmittel bei der internationalen Kontaktpflege und Recherche sein, aber niemals die persönliche Begegnung und Befundung ersetzen. Die wissenschaftliche Arbeit, so Dörner weiter, habe in der Physiotherapie einen hohen Stellenwert und müsse gepflegt werden, um die Bedeutung des Fachs zu erhalten und auszubauen. Eine Aufforderung, die die rund 60 Zuhörer mit ihrer regen Teilnahme an dem Symposium bereits in die Tat umsetzten. Im Publikum saßen auffallend viele junge Leute, darunter auch Mitarbeiter der Waldklinik Jesteburg, die den Vorträgen mit großer Aufmerksamkeit folgten.  

Entstanden ist der überaus erfolgreiche Wissenschaftskongress aus langjährigen persönlichen Kontakten, wie Dr. Austrup deutlich machte. Die Freundschaft der inzwischen verstorbenen Ruth Zuther aus Tostedt zu Teresa Pop, Professorin des Fachbereichs Physiotherapie an der Universität Rzeszów in Polen, war der Grundstein der deutsch-polnischen Begegnung. Vor zehn Jahren fuhren Norbert Böttcher, Geschäftsführer der Krankenhäuser Buchholz und Winsen, Dr. Austrup, Oberarzt Dörner und Christian Ponocny, stellvertretender Verwaltungsleiter des Krankenhauses Winsen und nimmermüder Organisator des Symposiums, zum ersten Mal zu einem Physiotherapie-Kongress nach Polen. Inzwischen ist das Krankenhaus Winsen akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Rzeszów. Der Austausch von Auszubildenden und regelmäßige Besuche füllen die Partnerschaft mit Leben.

Ein Höhepunkt dieser Erfolgsgeschichte war 2014 das erste internationale Physiotherapie Symposium in Winsen, an dem außer den Freunden aus Polen auch Delegationen aus der Slowakei und der Ukraine teilnahmen. Seither ist das Symposium eine Institution, findet in jedem Jahr in einem anderen der vier Teilnehmerstaaten statt, im ukrainischen Lwiw, im slowakischen Košice, im polnischen Rzeszów und, wie jetzt, in Winsen.  

 

 


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