Krankenhaus Buchholz

11.07.2019 - Ein beschwingter Sommerabend voller Musik

 

Ein neues Angebot im Krankenhaus Winsen: Chorgesang. Sowohl Sängerinnen und Sänger des  Elise-Giesemann-Chors als auch die Zuhörer hatten beim Konzert in der bis auf den letzten Platz gefüllten Eingangshalle der Klinik ein glückliches Lächeln im Gesicht, das vermutlich stark gesundheitsfördernd ist.

Das Motto des Konzerts „Nun fanget an, ein guts Liedlein zu singen“ nach einem Chorsatz aus dem 16. Jahrhundert zündete. Viele im Publikum sangen, summten, wippten und fühlten mit. Bemerkenswert: In dem knapp einen Jahr seines Bestehens hat sich der gemischte Chor aus 28 Krankenhausmitarbeitern zu einem erstaunlich soliden Klangkörper entwickelt und ein Repertoire erarbeitet, das 80 Minuten bester Unterhaltung bot. Chorleiter Axel Schaffran führte beschwingt und launig durch das vielseitige Programm, das die Lebensstationen von der Kindheit bis zum Alter nachvollzog. Dies alles in luftig-leichten Arrangements, die Schaffran selbst geschrieben hat und die die Qualität der Singgemeinschaft, die sich durch viele unverbrauchte und kräftige Stimmen auszeichnet, besonders gut zur Geltung brachte.

Von der heilen, heiteren Kindheit im Sommerwald, in dem die Jagdhörner erklingen, hinein in die Zeit der Selbstzweifel, in der nur „Puff the magic Dragon“, noch unverändert bleibt: Mühelos bewältigte der Chor diese Folkballade im Barbershop-Stil ebenso wie den Charthit „Mad World“ in Anlehnung an die Version des Vokalquintetts Wise Guys. Kaum wiederzuerkennen: „Hü Schimmel hü“, ein Volkslied, das Schaffran mit seinem originellen Chorsatz einer gelungenen Verjüngungskur unterzogen hat, gefolgt von „Postillons Morgendlied“, das der 15-jährige Brahms einst für den Winsener Männerchor und wohl auch für die damals 14-jährige Namensgeberin des Krankenhauschors komponiert hat.

Sowohl im unbeschwerten Surfer-Sound („Ba ba ba ba Barbara Ann“) als auch im plattdeutschen Volkslied („Dat du min Leevsten büst) fühlte sich der Chor gleichermaßen wohl, interpretierte swingend Evergreens wie „New York, New York“ und das durch Sinatra berühmt gewordene „Strangers in the Night“, das der weltberühmte Crooner in Wirklichkeit gar nicht mochte und „a little piece of German shit“ genannt haben soll, wie Schaffran dem amüsierten Publikum verriet. Dies alles, bevor der Chor einen Abstecher in die Zeit der Ufa-Klassiker wagte mit „Kann denn Liebe Sünde sein?“ und „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“. Dann noch ein wenig Heinz Erhardt, „Fährt der alte Lord fort“, ein wenig Rosaroter Panther („Wer hat an der Uhr gedreht?“) und Paul McCartneys „Yesterday“,  bevor sich der Kreis wieder schloss mit „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ – das das Publikum stimmstark mitsang –, gefolgt von der deutschen Fassung des schottischen Folkslieds „Auld lang syne“ und dem harmonisch dichten „Nun ruhen alle Wälder“ von Paul Gerhardt.  

Dem Publikum hat es Spaß gemacht, wie aus den Jubelrufen und dem begeisterten Applaus herauszuhören war. Dem Chor auch, wie Bass Dr. Wolfgang Wedel, im wirklichen Leben Chefarzt der Inneren Abteilung und stellvertretender ärztlicher Direktor des Krankenhauses Winsen, im Namen des Chors betonte. „Wir sind froh, dass wir dich als unseren Chorleiter haben“, gab er Schaffran mit auf den Weg.


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