Krankenhaus Buchholz

24.09.2018 - Adipositas als Herausforderung

An den Infoständen bekamen die Teilnehmer Tipps für figurfreundliche Bewegung und Ernährung

Erstaunliche Fakten über die Regulation des Körpergewichts erfuhren die rund 100 Teilnehmer des Aktionstags Übergewicht, der anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Adipositaschirurgie jetzt im Krankenhaus Winsen stattfand.

„Adipositas ist eine Krankheit und mit Diäten allein nicht zu bewältigen“, so Oliver Dörner, Oberarzt der Inneren Medizin, der den Eröffnungsvortrag hielt. Die Veranlagung zum Dicksein werde Kindern schon im Mutterleib mitgegeben. Kein anderes Leiden sei mit soviel Stigmatisierung und sozialer Isolation verbunden wie krankhaftes Übergewicht und in keinem anderen Bereich werde mehr Geld verdient mit nutzlosen Therapien. Noch immer fehle es an einer evidenzbasierten Medizin. Die Auswirkungen des Übergewichts betreffen nach Worten des Facharztes alle Körpersysteme: das Herz, die Gefäße, die Gelenke, die Atemorgane und die Psyche. Adipöse entwickeln laut Dörner viermal häufiger eine Alzheimer-Demenz als Normalgewichtige. Die Bekämpfung der Adipositas sei eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“.

Eine Ausstellung der DAK mit großformatigen Fotos auf Plakatwänden unterstrich die Bedeutung des Themas: Demnach haben 1,4 Millionen Menschen in Deutschland einen BMI von über 40 und sind damit krankhaft übergewichtig, von den Kindern zwischen dem siebten und zehnten Lebensjahr sind es bereits 15 Prozent.

Mit einem multimodalen Programm bietet das Adipositaszentrum Winsen Betroffenen Hilfe. Dazu gehört auch die Ernährungsberatung durch Fachkräfte wie Jutta Jambor aus Winsen. Jambor machte deutlich, wie geschmacksoptimierte, industriell hergestellte Nahrungsmittel das Gehirn und damit die normalen Instinkte verändern. Der Weg zur Gewichtsabnahme führe über die Veränderung von Essgewohnheiten. Es komme darauf an, statt auf äußere Reize wieder darauf zu hören, was der Körper wirklich verlange.

Die Adipositaschirurgie ist stets der letzte Behandlungsschritt, der erst gegangen wird, wenn alle anderen Therapien versagt haben. Oberarzt Dr. Jost Hübner stellte die unterschiedlichen Operationsmethoden vor uns sagte, wie es nach dem Eingriff weiter geht.

Anfangs sei er hinsichtlich der Langzeitergebnisse skeptisch gewesen“, räumte Dr. Holger Meisel, Chefarzt der Chirurgie im Krankenhaus Winsen, ein. Doch inzwischen habe sich zweifelsfrei gezeigt, dass Gewicht und Körperfunktionen durch eine Magenverkleinerung bzw. durch einen Magenbypass positiv beeinflusst werden. Bestes Beispiel dafür: Gisela Groß aus Lüneburg, erste Patientin der Adipositaschirurgie in Winsen und Gast des Aktionstags. Auch zehn Jahre nach der Operation ist sie schlank, fit und bei guter Gesundheit.

 

 

 


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