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Nach 13 Wochen endlich gerettet

Die Strapazen haben sich gelohnt: Alexander Bach mit ist auf dem Weg der Besserung. Dafür dankt er seinen Ärzten Dr. Amir Iptchiler (rechts oben) und Dr. Frank Raimund (rechts unten)

 Entzündungen schlummern manchmal unentdeckt im Körper. Von heute auf morgen können sie aufflammen und dann schwere Krankheiten auslösen. Das musste auch Alexander Bach aus Gödenstorf erleben. Der 67-Jährige geriet in Lebensgefahr. Dank der interdisziplinären Zusammenarbeit der Ärzte im Zentrum für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie Winsen, das als Maximalversorger zu den hoch spezialisierten Gelenkzentren in Deutschland gehört, wurde er geheilt.

Das Protokoll seiner Rettung liest sich wie ein Medizinkrimi: Schon mehrfach hatte Bach einen plötzlichen Schmerz im rechten Bein gespürt. Und einen Bandscheibenvorfall vermutet. Bewegung in warmem Wasser ließ den Schmerz wieder verschwinden.

Doch Ende März dieses Jahres klappte Alexander Bach beim Einkaufen in Winsen fast zusammen. Plötzliche, unerträgliche Schmerzen im rechten Oberschenkel trieben ihn in die Notaufnahme des Krankenhauses Winsen. Die Blutprobe zeigte hohe Entzündungswerte. Dr. Amir Iptchiler, Leitender Oberarzt der Orthopädie, punktierte in einer Mini-OP daraufhin die rechte Hüfte des Patienten. Diese war im Jahr 2013 ebenso wie die linke Hüfte mit einer Gelenkprothese versehen worden, allerdings nicht in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen.

Die Gewebeprobe bestätigte, dass sich eine Entzündung auf die rechte Gelenkprothese gesetzt hatte. Der Patient erhielt sofort Antibiotika und kam auf die Intensivstation. Doch sein Zustand verschlechterte sich dramatisch. Eine Blutvergiftung zeichnete sich ab. Organversagen drohte. Daraufhin entschied sich Dr. Iptchiler, das infizierte Hüftgelenk zu entfernen. An die Stelle des Hüftgelenks wurde ein Platzhalter mit Entzündungshemmern eingelegt. Gleichzeitig erhielt Alexander Bach durch die Vene weiterhin hoch dosierte Antibiotika.

Trotz aller Bemühungen: Die Nierenwerte verschlechterten sich immer weiter. Im interdisziplinären Austausch versuchten die Ärzte zu ergründen, was die Ursache der hartnäckigen Entzündung sein könne. Ein Wettlauf gegen die Zeit. In einer MRT-Aufnahme entdeckte Dr. Frank Raimund, Neurochirurg und Leitender Oberarzt der Orthopädie, am vierten Lendenwirbel des Patienten eine Entzündung. Er entschied sich für eine erneute Operation, die dritte für Alexander Bach. Unter Röntgenkontrolle entnahm Dr. Raimund mit Nadeln Gewebeproben aus der Wirbelsäule. In Zusammenarbeit mit einem auf Gelenkerkrankungen spezialisierten Mikrobiologen wurden diese Proben untersucht und testweise mit verschiedenen Antibiotika behandelt, bis das richtige Medikament für den inzwischen stark geschwächten Patienten gefunden war.

Aufatmen im Team: Die Entzündungswerte sanken. Ein neues Hüftgelenk rückte für Alexander Bach in greifbare Nähe. Doch erstmal musste er sich erholen. Mitte Juni durfte er deshalb für fünf Wochen nach Hause. Zwar konnte er dort nur sitzen und liegen. „Das rechte Bein schlabberte einfach an mir herum“, beschreibt er. Doch in einem Rollstuhl auf der Terrasse zu sitzen kam ihm nun wie das Paradies vor. Endlich konnte der Mann, der während der Corona-Hochzeit im Krankenhaus keinerlei Besuch empfangen durfte und nur Kontakt zu Pflegern in Schutzkleidung gehabt hatte, wieder mit seiner Frau zusammen sein.

Dann, am 23. Juli, war Alexander Bach fit genug für eine neue Hüfte. Eine Herausforderung für Dr. Iptchiler: Das rechte Bein des Patienten hatte sich inzwischen um sechs Zentimeter verkürzt und musste von zahlreichen Verklebungen befreit werden. Der Eingriff gelang. Am 6. August verließ Alexander Bach das Krankenhaus Winsen. Vier Wochen Reha folgten.

Seit Anfang September ist der gebürtige Dresdener wieder zu Hause in Gödenstorf. Noch muss er Schmerzmedikamente nehmen, doch es werden immer weniger. Die Antibiotika hat er inzwischen ganz abgesetzt. Stück für Stück erobert er sich sein altes Leben zurück. Seine Bilanz: 13 Wochen Krankenhausaufenthalt. 18 Kilo Gewichtsverlust, der sich bei dem schlanken Mann, der nach einer Adipositasoperation bereits 40 Kilo verloren hatte, besonders deutlich auswirkt. „Ich staune selbst, dass ich das überstanden habe“, sagt Alexander Bach. Besonders die Einsamkeit und Monotonie im Krankenhaus habe ihn belastet. Fernsehen, Internet und die abendlichen Telefonate mit einem Freund waren seine Anker in dieser Zeit ebenso wie die kleinen, liebevollen Gesten des Pflegepersonals und die Gespräche mit den Ärzten, die „mir und meiner Frau alle Fragen beantwortet und jeden Eingriff gut erklärt haben“, lobt Bach.

Die Strapazen haben sich gelohnt: Er kann wieder auf beiden Beinen stehen, an Unterarmgehstützen völlig gerade gehen und hat nach Auskunft von Dr. Iptchiler gute Aussichten, wieder ganz gesund zu werden. Auch seine positive Art, an Dinge heranzugehen, habe wesentlich zur Genesung beigetragen, weiß Dr. Iptchiler weiter. „Ohne diese innere Einstellung hätte Alexander Bach es nicht geschafft.“

 

 

 

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