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Dem plötzlichen Herztod Paroli bieten

Mit dem Defibrillator versucht Leitender Arzt Ulrich Meimbresse in der Notfallaufnahme des Krankenhauses Winsen, den Herzschlag einer Patientin mit Kammerflimmern wieder in die normale Taktung zurückzubringen

Scheinbar von heute auf morgen werden sie aus dem Leben gerissen: Jedes Jahr erleiden etwa 65.000 Menschen in Deutschland einen plötzlichen Herzstillstand. Etwa 60.000 sterben daran. Was wie ein unvorhersehbarer Schicksalsschlag erscheint, hat häufig eine lange Vorgeschichte. Wie man sich vor dem plötzlichen Herztod schützen kann, ist Thema bei den bundesweiten Herzwochen der Deutschen Herzstiftung im November. Die Krankenhäuser Buchholz und Winsen beteiligten sich mit vier Veranstaltungen.

Wenn das Herz plötzlich aussetzt, ist meist ein Kammerflimmern die Ursache. Der Herzschlag gerät völlig aus dem Takt, das Herz rast, dann schlägt es gar nicht mehr. Der Blutdruck sinkt auf null. Nach vier Sekunden spürt der Betroffene eine Leere im Kopf, nach etwa acht Sekunden wird er ohnmächtig und nach zwei bis drei Minuten hört er auf zu atmen. Setzen Wiederbelebungsmaßnahmen später als zehn Minuten nach dem Herzstillstand ein, sind sie in der Regel erfolglos. Der Betroffene stirbt.

Besonders gefährdet, einen plötzlichen Herzstillstand zu erleiden, sind alle, die eine Koronare Herzkrankheit (KHK) haben. Die KHK ist eine chronische Verengung der Herzkranzgefäße. Diese Gefäße umgeben das Herz wie ein Kranz und versorgen es mit Blut und auf diese Weise mit Sauerstoff. Ablagerungen in den Blutgefäßen (Atherosklerose) behindern den Blutfluss des Herzens. Bei Anstrengungen, bald auch in Ruhe kann das Herz dem Körper dann nicht mehr genug Sauerstoff zur Verfügung stellen. Es kommt zu Beschwerden.

Die Entstehung der Ablagerungen ist ein schleichender Prozess, der durch Lifestylefaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel, hoher Blutdruck, Übergewicht, Diabetes und fettreiche Ernährung gefördert wird: Die Zelltapete, die Blutgefäße von innen auskleidet und schützt, wird porös. Fettpartikel dringen ein. Weiße Blutzellen folgen den Fettpartikeln und locken Entzündungszellen an. Der Körper deckt die entzündete Stelle („Plaque“) mit einer Schutzkappe ab. Wird diese Kappe undicht, dringt Blut in die Entzündung ein. Das regt Gerinnungsprozesse an. Ein Blutpfropf bildet sich. Blockiert dieser Pfropf herzversorgende Gefäße, kommt es zum Herzinfarkt. Sind gehirnversorgende Gefäße betroffen, ist ein Schlaganfall die Folge.

Ein wesentlicher Schutz vor dem plötzlichen Herztod ist die Früherkennung der KHK. Die Herzwochen 2019 wollen für die Prophylaxe und die Symptome der KHK sensibilisieren. Zweiter Themenschwerpunkt der Herzwochen ist zu vermitteln, wie sich diejenigen verhalten sollten, die Zeugen eines plötzlichen Herzstillstands werden. Zwar rufen 60 bis 70 Prozent die Notrufnummer (112) an. Doch nicht einmal die Hälfte beginnt an Ort und Stelle mit Wiederbelebungsmaßnahmen, insbesondere der Herzdruckmassage. Ohne eine Erstversorgung durch Laien haben Patienten nach einem Herzkreislaufstillstand kaum eine Überlebenschance.

Veranstaltungen im Krankenhaus Buchholz

Dienstag, 12. November, 19 Uhr: Reanimationstraining für Laien. Dr. Klaus Hertting, Leitender Arzt der Sektion Kardiologie und Angiologie im Krankenhaus Buchholz, gibt eine kurze Einführung. Mathias Beine, Ausbilder beim DRK, referiert über praktische Aspekte der Herz-Lungen-Wiederbelebung und leitet Übungen in kleinen Gruppen an.

Donnerstag, 14. November, 19 Uhr: Vortrag „Der plötzliche Herztod“. Ärzte der Sektion Kardiologie und Angiologie im Krankenhaus Buchholz informieren über Früherkennung, Lebensstiländerung und Medikamente im Kampf gegen den Herztod und über die Möglichkeiten der modernen Gerätetherapie.

Veranstaltungen im Krankenhaus Winsen

Dienstag, 5. November, 19 Uhr: Vortrag „Plötzlich und – meist nicht ganz – unerwartet: Der plötzliche Herztod – kann man ihn verhindern?“. Oliver Dörner, Oberarzt der Inneren Medizin im Krankenhaus Winsen, gibt eine Einführung in Symptome, Früherkennung und Vorbeugung der Koronaren Herzkrankheit.

Donnerstag, 19. November, 19 Uhr: Vortrag „Aktuelles aus der Herz- und Schlaganfallversorgung“ . Oliver Dörner berichtet über neue Entwicklungen in der Therapie.

Alle Veranstaltungen sind ohne Voranmeldung und ohne Eintritt zugänglich.

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