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Behandlungsverzicht aus Corona-Angst ist unklug

Seit mehr als 14 Monaten beherrscht Corona den öffentlichen Diskurs. Viele, die krank sind und ärztliche Versorgung benötigen, sind verunsichert. „So mancher Patient traut sich aus Angst vor einer Infektion nicht mehr ins Krankenhaus“, weiß Amir Iptchiler, Chefarzt der Orthopädie und stellvertretender ärztlicher Direktor im Krankenhaus Winsen.  Ein bundesweiter Trend: Allein im Januar und Februar 2021 ging die Zahl der Knie- und Hüftoperationen laut Analyse der Krankenkasse DAK bundesweit um bis zu 40 Prozent zurück. Ähnliche Zahlen gibt es aus anderen medizinischen Versorgungsbereichen. Dr. Iptchiler und sein Kollege Dr. Leonidas Gusic, Chefarzt der Unfallchirurgie, sagen: „Die Angst, im Krankenhaus einem erhöhten Corona-Infektionsrisiko ausgesetzt zu sein, ist nicht begründet. Wir haben ein ausgefeiltes Hygienekonzept entwickelt, das tatsächlich gelebt wird, und zwar mit hoher Disziplin und von sämtlichen Mitarbeitern.“ Der Lohn dieser Mühe: Seit Beginn der Pandemie hat sich kein einziger Mitarbeiter und auch kein einziger Patient im Krankenhaus Winsen mit dem Virus infiziert. „Darauf sind wir stolz“, so Dr. Iptchiler und Dr. Gusic.

Und so funktioniert das Sicherheitskonzept im Krankenhaus Winsen: Sämtliche OP-Patienten werden im Rahmen der Voruntersuchungen zwei Tage vor dem Eingriff einem PCR-Test unterzogen. Erst danach ist der Weg zur stationären Aufnahme frei. Sollte ein Patient coronapositiv sein, werden Ärzte und Pflegepersonal den Patienten sofort isolieren. Weder bei der Operation, die bei Corona-Positiven unter besonders strengen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt wird, noch bei der anschließenden stationären Versorgung im Isoliertrakt kommen infizierte Patienten in Kontakt mit dem normalen Krankenhausbetrieb.

Die Testpflicht greift ebenso bei Notfallpatienten, die über die Fußgängerschleuse oder mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus Winsen gelangen. Auch sie werden vor der stationären Behandlung einem Schnelltest und einem PCR-Test unterzogen und, wenn nötig, isoliert.

Der Alltag auf der Station unterscheidet sich für nicht-infizierte Patienten nur wenig vom Normalbetrieb: Das Pflegepersonal trägt Masken und auch die Patienten sollten auf den Fluren eine Maske anlegen.

Nach Rücksprache mit dem Stationsarzt sind Besuche von Einzelpersonen zulässig. Auch hier gibt es eine gut etablierte Routine mit Datenverfolgung, die die Sicherheit für Patienten und Personal gewährleistet. Angehörige, die mit den behandelnden Ärzten sprechen wollen, werden auf Wunsch angerufen.  

„Für uns, die Ärzte und das Pflegepersonal, bedeutet das einen hohen Aufwand. Für die Patienten jedoch bleibt alles weitestgehend wie gewohnt“, so Dr. Iptchiler und Dr. Gusic.  Nach der Einschätzung der beiden Chefärzte gibt es für Patienten mit relevanten Erkrankungen keinen Grund, einen Krankenhausaufenthalt hinauszuschieben. Im Gegenteil. Dr. Iptchiler berichtet, dass das Verzögern von Gelenk-Operationen eine längere und schwierigere Rekonvaleszenz zur Folge haben kann. Denn die eingeschränkte Beweglichkeit der Patienten im Wartestand verkürzt Muskeln und Sehnen und lässt Gelenke einsteifen. Außerdem tut der erzwungene Bewegungsmangel weder dem Herz-Kreislaufsystem noch der Psyche gut.

Der Reha-Aufenthalt für Gelenkpatienten in den Partnerkliniken, allen voran die Waldklinik Jesteburg, ist nach Auskunft der beiden Chefärzte weiterhin in vollem Umfang gesichert. 

 

 

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