Krankenhaus Buchholz

Absaugung der Schweißdrüsen in der Achselhöhle bei Hyperhidrosis axillaris

Voraussetzungen
Eine Schweißdrüsenabsaugung sollte nur vorgenommen werden, wenn alle anderen Versuche, die Feuchtigkeit zu regulieren, fehlgeschlagen sind.

Eine Untersuchung durch den Hausarzt sollte innere Erkrankungen, wie hormonelle Störungen ausschließen.

Danach sollte durch Auftragen von Wirkstoffen auf die Haut der Feuchtigkeitsbildung begegnet werden. Diese Behandlung wird von einem Hautarzt durchgeführt. Wenn es dadurch nicht zu einer ausreichenden Austrocknung kommt, gibt es die Möglichkeit, durch  Quaddeln der Achselhöhle mit Botox®  eine Verbesserung zu erzielen.

Alternativ zur Injektionsbehandlung bietet sich die Schweißdrüsenabsaugung an.

 

Die Operationstechnik

Als Standard hat sich heute eine Operationstechnik bewährt, bei der in örtlicher Betäubung die Schweißdrüsen mit kleinsten Kanülen abgesaugt werden. Diese Operationsmethode ist besonders schonend und mit einer geringen Komplikationsrate behaftet. Zusätzlich erfolgt eine Schweißdrüsenkürettage.

Der Eingriff erfolgt als ambulante Operation.

Vor der Operation wird das abzusaugende Areal angezeichnet. Danach wird das Gewebe mit einer blut- und schmerzstillenden Lösung unterspritzt, der so genannten TLA-Lösung. Anschließend wird die Absaugung mit feinen Kanülen durchgeführt. Die Absaugkanüle wird über kleinste Einschnitte  von ca. 5mm Länge eingeführt. Die Schnitte werden an möglichst unauffälligen Stellen gelegt, und bei OP-Ende mit je einer Naht verschlossen. Zuvor wird die Hautunterseite zusätzlich mit einer Kürette abgeschabt um möglichst viele Schweißdrüsen zu entfernen.

Die eingesetzte Betäubungslösung wirkt noch über viele Stunden im OP-Gebiet nach, so dass direkt nach der Operation keine  Schmerzen auftreten. Eine Narkose ist für diesen Eingriff regelmäßig nicht erforderlich.

Am Tag nach der Operation wird das Wundgefühl von den Patienten meistens mit einem Muskelkater verglichen. Hier helfen Schmerzmedikamente mit abschwellender Wirkung.

 

Die Nachbehandlung
Da die Operation nicht stark belastend ist, können die Patienten bereits nach wenigen Stunden die Klinik wieder verlassen. Die Fäden an den Einstichstellen der Kanülen werden nach 1 Woche entfernt.

Wie nach jeder Operation ist auch hier mit einer durchschnittlich 3 Monate dauernden Schwellung des abgesaugten Areals zu rechnen. Diese kann mehr oder minder stark ausgeprägt sein.

 

Verhalten nach der Operation
Starke Hitzeeinwirkung, Sauna und Sonnenbaden führen oft zu Schwellungen und Infektionsgefahr. Deshalb soll eine Überwärmung für vier bis sechs Wochen vermieden werden. Ebenso lange soll kein Sport getrieben werden. Bei  leichter, körperlich nicht anstrengender Arbeit ist man nach ca. 7 Tagen wieder dienstfähig.

 

Die Wundheilung
Nach Schweißdrüsenabsaugung tritt wie bei einer Fettabsaugung eine mehr oder minder große, flächige Verfärbung durch geringe Einblutungen unter die Haut auf. Größere Blutergüsse treten in der Regel jedoch nicht auf. Die Neigung hierzu ist aber individuell unterschiedlich.

Gewebewasser sammelt sich immer in Operationshöhlen an und wird dort gewöhnlich innerhalb einer Woche resorbiert.

Die Wundheilung ist bei Rauchern wegen einer schlechteren Durchblutung generell nicht so gut wie bei Nichtrauchern. Als Raucher sollten Sie zwei Wochen vor und zwei Wochen nach der Operation nicht zur Zigarette greifen. Nikotinpflaster haben die gleichen Nebenwirkungen und sind deshalb nicht zu empfehlen.

Aus den Operationswunden wird blutiges Wundsekret abgegeben, dieses wird von einem Mullverband aufgenommen. Das Ausschwemmen von Resten der Betäubungslösung verhindert gleichzeitig ein Eindringen von Keimen in die Wunden. Sehr selten kommt es zu Entzündungen in dem abgesaugten Gebiet.

Im Fall von ungewöhnlich starken Schmerzen oder anderen beunruhigenden Umständen rufen Sie bitte die Praxis oder in dringenden Fällen die Klinik an.

 

Blutungsneigung
Die Einnahme von Schmerzmedikamenten, die Acetylsalicylsäure enthalten, wie z.B. Aspirin, führt zu einer verzögerten Blutgerinnung und erhöhten Nachblutungsgefahr. Deshalb dürfen diese Medikamente eine Woche vor der Operation  bis eine Woche nach der Operation nicht eingenommen werden. Das gleiche gilt für blutverflüssigende Medikamente wie Marcumar. Setzen Sie Medikamente nicht selbständig ab! Befragen Sie vorher den verordnenden Die „Pille“ kann weiter eingenommen werden.

Am Abend vor der Operation sollten Sie nicht mehr als ein Glas Wein oder Bier trinken, damit am OP-Tag die Leber „fit“ ist.

 

Am OP-Tag
Duschen oder Baden, danach die Haut der abzusaugenden Region nicht eincremen. Die Achselbehaarung sollte 3 – 4 Tage zuvor rasiert worden sein.

Ziehen Sie lockere, nicht einengende Bekleidung an. Warme Socken für die OP mitbringen, nur Hemden oder Blusen zum Knöpfen oder mit Reißverschluss anziehen, keine Pullover. Wenn die Operation in örtlicher Betäubung durchgeführt wird, dürfen Sie morgens ein normales Frühstück zu sich nehmen.

 

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