Krankenhaus Buchholz

09.08.2017 - Ministerin zu Gast

Ministerin Cornelia Rundt mit (v.r.) Geschäftsführer Norbert Böttcher, Landrat Rainer Rempe, Ärztlicher Direktor Dr. Heiner Austrup

Die Krankenhäuser Buchholz und Winsen brauchen mehr Platz für ihre Patienten und wollen bauen. Sie haben gute Aussichten, dabei finanzielle Unterstützung vom Land zu bekommen. Das ließ Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt bei ihrem Besuch im Krankenhaus Winsen erkennen. Der Antrag der Krankenhäuser auf Aufnahme in das Investitionsprogramm 2018 werde durchaus positiv gesehen, so Cornelia Rundt. Weil das Land begonnen habe, den Investitionsstau an Krankenhäusern durch eine bis 2020 angelegte Sonderförderung von insgesamt 1,3 Milliarden zu beseitigen - ein Programm, in dem die Krankenhäuser Winsen und Buchholz nicht berücksichtigt werden - stünden voraussichtlich bald auch mehr Mittel im regulären Investitionshaushalt bereit.

Anlass des Ministerbesuchs war die Inbetriebnahme des neuen OP-Bereichs im Krankenhaus Winsen. Dieser war im Anschluss an den Neubau des Notfall- und Diagnostikzentrums (NDZ) umfassend saniert und erweitert worden. Das 2016  eröffnete NDZ gehört ebenso wie der 2015 eröffnete viergeschossige Anbau an das Bettenhaus West in Buchholz zu den Maßnahmen, von denen sich die Krankenhäuser mehr Raumkapazitäten für Patientenbetten erhofft hatten. Doch durch die unvorhergesehene Übernahme des Versorgungsauftrags vom insolventen Krankenhaus Salzhausen hat sich die Zahl der Patienten inzwischen so erhöht, dass es auf den Stationen schon wieder eng wird. Deshalb plant das Krankenhaus Buchholz die Aufstockung des Bettenhauses West um weitere drei Stockwerke. Baukosten fünf Millionen Euro. Im Krankenhaus Winsen ist ein Anbau an das Bettenhaus für neun Millionen Euro geplant. Dadurch sollen in Buchholz 43 und in Winsen 50 zusätzliche Betten geschaffen werden.

 „Unser Ziel ist, alle Patienten in Zweibettzimmern unterzubringen“, so Norbert Böttcher, Geschäftsführer der Krankenhäuser Buchholz und Winsen. Die Schaffung zeitgemäßer Unterbringungsstandards soll insbesondere dazu dienen, im Wettbewerb mit Hamburger Kliniken auch zukünftig erfolgreich zu bestehen. 

Im Februar dieses Jahres war deshalb eine Delegation der Krankenhäuser bei der Ministerin vorstellig geworden, um Finanzmittel für die Baumaßnahmen einzuwerben. Im Juli wurden die beiden Investitionsmaßnahmen in die Prioritätenliste des Landes aufgenommen. Die Architektenaufträge werden  europaweit ausgeschrieben. „Wir hoffen, schon nach den Sommerferien die Bauunterlagen zur Prüfung vorlegen zu können“, so Norbert Böttcher. Der Geschäftsführer der Krankenhäuser möchte, das wurde deutlich, lieber heute als morgen an die Verwirklichung der zukunftsweisenden Projekte gehen. 

Landrat Rainer Rempe machte auf die gewaltigen Anstrengungen aufmerksam, die ein „Zuzugslandkreis“ wie der Landkreis Harburg mit ständig steigender Bevölkerung erbringen müsse, um die sehr gute medizinische Versorgungsstruktur zu sichern. In den vergangenen Jahren hätten die Krankenhäuser über 12 Millionen Euro aus Eigenmitteln investiert. Der Landkreis als Träger der Krankenhäuser werde sich auch weiterhin engagieren.  Diese Zusage bezog Rempe sowohl auf den Bau der dringend benötigten Parkplätze als auch auf die Einrichtung von zusätzlichen Kreißsälen in beiden Häusern. Baubeginn ist voraussichtlich Ende des Jahres.   

Ein Landkreis, der in diesem Maße zu seiner Verantwortung stehe, verdiene ein Kompliment, lobte Cornelia Rundt. Sie bekannte sich zum Erhalt kleiner Krankenhäuser. Die Marktöffnung zugunsten von privaten Betreibern sei ein Fehler gewesen. Die Finanzmittel des Landes sollten nicht dazu dienen, Gewinnerwartungen von Investoren erfüllen.  

 

 


>> zur Übersicht

Veranstaltungen

Unsere GesundheitsGespräche in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen