Krankenhaus Buchholz

23.08.2017 - Beruf Retter: Hauptsache cool bleiben

Die Auszubildenden Maria Hohmann und Florian Kirchhoff mit Ausbilder Thomas Neumann-Cohrs

Arne Wächter-Meinel

Warten in der Rettungswache auf ihren Einsatz (v.li.) Anja Herrmann, stellvertretende Leiterin der Wache, und die Rettungssanitäterinnen Carolin Kruse und Nicole Patzwaldt

Seit einem Jahr aktiv: der „Rettungsdienst Landkreis Harburg“. Mit  seiner Rettungswache in Salzhausen und einer Außenstelle in Drage versorgt der Rettungsdienst den östlichen Landkreis. Und ist jetzt sogar Ausbildungsbetrieb: Zwei junge Leute haben dort die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter begonnen.

Unter der Leitung von Arne Wächter-Meinel arbeiten seit Juli 2016 insgesamt 32 Angestellte als Rettungsdienstpersonal in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude des Krankenhauses Salzhausen. Drei Rettungswagen, davon einer in Drage, und ein Krankenwagen stehen zur Verfügung. Mit dieser Ausstattung komplettiert der Rettungsdienst Landkreis Harburg das dicht geknüpfte Netz aus Rettungswachen in der Region, zu dem auch die Johanniter Unfallhilfe mit einer Rettungswache in Elstorf sowie das DRK Harburg-Land mit Wachen in Winsen, Seevetal, Buchholz und Tostedt gehören. Wann und wohin sie zum Einsatz entsandt werden, disponiert die Rettungsleitstelle des Landkreises Harburg in Winsen.

Auch die beiden Auszubildenden werden schon bald im Rettungswagen zu ihrem ersten Einsatz starten. Doch zunächst gehen sie ein paar Wochen im DRK-Bildungszentrum Schlump in Hamburg zur Schule. Außerdem sammeln anschließend erste praktische Erfahrungen in den Krankenhäusern Buchholz und Winsen: Maria Hohmann (21) aus Winsen hat vor einem Jahr das Abi am Fachgymnasium für Gesundheit und Soziales abgeleistet und verfügt noch über keinerlei rettungsdienstliche Vorkenntnisse. Anders ihr Kollege Florian Kirchhoff (22) aus Lüneburg . Er hat bereits eine Ausbildung als Rettungssanitäter hinter sich. Nun will er noch draufsatteln: 1960 Stunden in der Rettungswache, 720 im Krankenhaus und 1920 Stunden in der Schule sind bis zum Examen als Notfallsanitäter abzuleisten.

Die Arbeit des Rettungspersonals ist abwechslungsreich, aber auch anspruchsvoll, wie Arne Wächter-Meinel erläutert. Durchschnittlich 450 Einsätze fährt der Rettungsdienst Landkreis Harburg jeden Monat, davon ca. 60 Prozent zur Notfallrettung. Dabei heißt es für die Rettungskräfte, stets einen kühlen Kopf zu bewahren. Auch dann, wenn Autofahrer die Rettungsgasse nicht freilassen, Hausnummern nicht zu finden sind oder wenn aufgeregte Angehörige zusätzlich Druck in zeitkritische Situationen bringen. Nervenstärke, psychologisches Fingerspitzengefühl und soziale Kompetenz gehören zwingend zum Beruf des Notfallsanitäters. Ebenso wie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Schließlich müssen die Rettungsdienstmitarbeiter vor Ort innerhalb kürzester Zeit beurteilen,

ob wirklich ein akuter medizinischer Notfall vorliegt wie etwa ein Herzinfarkt oder eine schwere Hirnverletzung, ob ein Notarzt gebraucht wird oder die technische Hilfe der Feuerwehr und welche Klinik die am besten geeignete ist. Erfahrung hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und Selbstreflexion: „Im Bewusstsein, das wir Fehler machen können, hinterfragen wir ständig unser Handeln, auch im Team“, so Wächter-Meinel.

Bundesweit steigt die Zahl der Rettungseinsätze.  Nicht zuletzt aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung. Die meisten Hilferufe sind inzwischen dem Bereich der internistischen Notlagen zuzuordnen. Von Brechdurchfall gequälte 80-Jährige gehören ebenso zur Klientel wie Menschen mit Kreislaufproblemen. Jede Menge Einsatzgebiete für gut ausgebildete Fachkräfte. Dass der Bedarf an Notfallsanitätern in Zukunft noch steigen wird, davon ist Arne Wächter-Meinel überzeugt.   

 

 

 


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