Krankenhaus Buchholz

Schultersteife

 

Die Gelenkkapsel umschließt das Schultergelenk sackartig und grenzt es von den umgebenden Strukturen ab. In der relativ großen Gelenkkapsel des Schultergelenkes ist ein großer Bewegungsumfang möglich. Kommt es zu einer Entzündung, Vernarbung und Verdickung der Kapsel, kann die Beweglichkeit in mehreren Ebenen erheblich eingeschränkt sein, das Gelenk ist „gefesselt“. Im Rahmen der Erkrankung kommt es zu einer Entzündung und narbigen Verdickung der Gelenkkapsel mit folgender Einschränkung der Beweglichkeit des Gelenkes.

Die Ursache der Erkrankung ist bis heute ungeklärt, es zeigt sich ein gehäuftes Auftreten bei Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen und Fettstoffwechselstörungen.

Die Schultersteife (frozen shoulder) ist eine zumindest phasenhaft schmerzhafte erhebliche Einschränkung der Beweglichkeit des Schultergelenkes. Die Erkrankung läuft in mehreren Phasen ab. Zunächst kommt es zu einer Schmerzsymptomatik, meist ohne eine erinnerbare Ursache, welche in eine zunehmende Bewegungseinschränkung übergeht. Über die Zeit lässt der Schmerz meist nach, so dass dann die erhebliche Bewegungseinschränkung im Vordergrund steht. In manchen Fällen kann es in einer weiteren Phase wieder zu einer Verbesserung der Beweglichkeit kommen. Der zeitliche Ablauf der einzelnen Phasen ist nicht vorhersehbar, Verläufe von wenigen Wochen oder Monaten sind beschrieben, meist handelt es sich jedoch um Verläufe von mehreren Jahren.

Die Diagnose einer „ frozen shoulder“ wird durch die klinische Untersuchung des Patienten gestellt. Bildgebende Verfahren sind nur zum Ausschluss anderer Verletzungen nötig und sinnvoll. Bei fehlendem Unfallereignis (manchmal lediglich Bagatelltrauma wie Schulter angestoßen) und erheblicher Bewegungseinschränkung mit nahezu völliger Einschränkung der Rotationsfähigkeit kann die Diagnose meist sicher gestellt werden.

Bei frustraner konservativer Therapie  ist das  arthroskopische Lösen von Vernarbungen und das gezielte Durchtrennen der verdickten Gelenkkapsel sinnvoll.

Dieser minimalinvasive Eingriff gewährleistet in der Regel einen raschen Gewinn an Beweglichkeit und eine schnelle Abnahme der Schmerzhaftigkeit.

Rehabilitation

Die Schulter muss nach der Operation nicht ruhiggestellt werden, eine sofortige Bewegung des Armes ist erwünscht um die während der Operation erlangte Beweglichkeit zu erhalten. Es darf sofort im schmerzfreien Bereich bewegt werden. Eine unterstützende krankengymnastische Beübung ist über die ersten 6-8 Wochen sinnvoll.

Leiter Schulterchirurgie

Oberarzt

Dr. Peter Ortwein