Krankenhaus Buchholz

Kalkschulter

 

Bei der sogenannten Kalkschulter (Tendinosis calcarea) bestehen Kalkablagerungen in einer Sehne der Rotatorenmanschette. In den meisten Fällen ist die Supraspinatussehne (ca. 80%) betroffen, prinzipiell kann aber jede Sehne betroffen sein. Die genaue Ursache solcher Verkalkungen ist bis heute nicht abschließend geklärt.

Patienten mit einer Kalkschulter klagen häufig über heftige, teilweise unerträgliche Schulterschmerzen, insbesondere auch in Ruhe und in der Nacht. Nicht selten besteht ein phasenhafter Verlauf mit starker Symptomatik über Tage oder Wochen, dann aber auch wieder deutlich beschwerdeärmeren Intervallen oder sogar Beschwerdefreiheit.

Meist reicht ein Röntgenbild der betroffenen Schulter, um einen Kalkherd nachzuweisen und zu lokalisieren. Bei entsprechenden Beschwerden des Patienten (Ruhe-/Nachtschmerz) und passender Vorgeschichte (kein Trauma, ggf. phasenhafter Verlauf) steht die Diagnose meist fest. Bei unklaren Fällen kann ggf. eine MRT-Untersuchung sinnvoll sein, um andere Pathologien auszuschließen.

Es gibt verschiedene Therapie-Optionen für die Behandlung der Kalkschulter.

Prinzipiell kann es zu einem selbständigen Auflösen des Kalkherdes kommen - ohne eigentliche Therapie. Der zeitliche Verlauf ist hier jedoch nicht absehbar, und viele Patienten beschreiben Verläufe über viele Jahre mit immer wieder auftretenden heftigen Schmerzphasen.

Infiltrationen eines Schmerzmittels, ggf. mit Cortisonzusatz in die Schulter können teilweise eine deutliche, aber meist nur kurzfristige Beschwerdelinderung bringen.

Eine weitere Möglichkeit der Therapie besteht in dem Versuch durch eine Stoßwellen-Therapie den Kalkherd zu „zerstören“ und seine Auflösung zu induzieren. Hierzu sind meist mehrere Sitzungen (3-5) nötig.

Im Rahmen einer Arthroskopie des Schultergelenkes kann der Kalkherd unter direkter Sicht aufgesucht und mit kleinen Instrumenten entfernt werden. Durch dieses minimal-invasive Verfahren werden keine strukturellen Schäden verursacht, es sind lediglich zwei kleine Hautinzisionen nötig.

In der Regel darf der Arm nach der Operation sofort im schmerzfreien Bereich bewegt werden. Für die ersten 2 Wochen sollte ein entzündungshemmendes Medikament eingenommen werden, um den weiteren Verlauf abzukürzen. Eine krankengymnastische Beübung ist für die ersten 4 Wochen sinnvoll, um die Beweglichkeit der Schulter zu erhalten.

Leiter Schulterchirurgie

Oberarzt

Dr. Peter Ortwein