Krankenhaus Buchholz

Die anatomische Schulterprothese

 

Wer ist betroffen?

Patienten mit schwer und irreparabel geschädigten Knorpel-Knochenflächen können - bei entsprechendem Leidensdruck - mit einer anatomischen Schulterprothese (Schulter TEP) optimal
versorgt werden. Die Rotatorenmanschette (RM) muss hierfür intakt sein, da sie dafür verantwortlich ist, den Oberarmkopf in der Pfanne zu führen. Das Alter der betroffenen Patienten liegt in den meisten Fällen um die 60 Jahre.

Ursachen

Das Schultergelenk besteht aus dem Gelenkkopf (kugeliger Anteil) am Oberarmknochen und der Gelenkpfanne am Schulterblatt. Die Rotatorenmanschette zentriert und führt den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne. Durch verschiedene Ursachen, wie z.B. allgemeinen Verschleiß oder durch Unfälle, können die Knorpel-Knochenflächen des Schultergelenks geschädigt werden. Durch den Verlust des knorpeligen Überzugs der Gelenkflächen kommt es zum Aufeinanderreiben von Knochen im Gelenk. Dieser Abrieb und die daraus resultierende Entzündung führen zu den typischen Schmerzen und der eingeschränkten Funktion.

Was kann ich von der anatomischen Schulter-TEP erwarten?

Ziele der Implantation einer Schulter TEP sind die Schmerzreduktion bzw. Schmerzausschaltung und die Verbesserung der Funktion und Beweglichkeit des Schultergelenks. Die Prothese muss hierfür die normale Form und Funktion des Gelenks möglichst gut wiederherstellen. Moderne Prothesensysteme können die natürliche Anatomie des Schultergelenks sehr gut nachempfinden. Studien haben gezeigt, dass die Haltbarkeit von Schulter-TEPs in über 90% der Fälle mindestens 10 Jahre oder länger beträgt.

Symptome

  • Schmerzen in Ruhe und bei Bewegungen schränken den normalen Alltag ein
  • Häufig Nachtschmerz
  • Häufig Einsteifung
  • Meist deutliche Funktionseinschränkung

Diagnostik

  • Ausschluss anderer Ursachen für den Schmerz
  • Klinische Untersuchung: Prüfen von Ausmaß der Beweglichkeit und Funktion sowie Zustand der Rotatorenmanschette
  • Röntgen
  • MRT
  • Computertomographie

Wie läuft die Operation ab?

Ist die Entscheidung für die Implantation einer anatomischen Schulterprothese gefallen, findet ein Aufklärungsgespräch mit dem Orthopäden statt. Hierbei werden der Ablauf der Operation, Komplikationsmöglichkeiten, Erfolgsaussichten und die Nachbehandlung besprochen. Der Patient hat die Möglichkeit, alle offenen Fragen rund um die Operation zu stellen. Ein weiteres Aufklärungsgespräch führt der Patient mit dem Anästhesisten.

Die Operation erfolgt in Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) in sitzender Position (sogenannte Beach-Chair-Lagerung). Es wird ein ca. 10-15cm langer Hautschnitt vorne an der Schulter angelegt. Die zerstörten Gelenkanteile werden so vorbereitet, dass anschließend die prothetischen Komponenten im Knochen verankert werden können. Dies erfolgt mit einem speziellen Instrumentarium und angepasst an die individuelle Anatomie und Körpergröße des Patienten. Wichtig für eine gute Funktion sind ein passgenaues Einbringen der Prothesenanteile und eine sorgfältige Balancierung der die Prothese kontrollierenden Weichteilstrukturen. Bevor die endgültige Prothese eingebracht wird, werden mit Hilfe einer Probeprothese der Sitz und die Funktion geprüft. Bei korrekter Lage erfolgt das Einbringen der TEP, mit oder ohne Knochenzement.

Noch im Operationssaal wird der Patient mit einer Schulterschiene versorgt, die er 6 Wochen lang trägt. Diese Schiene wird für die Physiotherapie oder zur Körperhygiene kurzfristig abgenommen. Über einen vorher eingelegten Wundschlauch kann das Wundwasser ablaufen. Dieser wird am Tag nach der Operation entfernt. Anschließend beginnt die Nachbehandlung durch die Physiotherapie. Die Wiederherstellung der Beweglichkeit und Funktion dauert abhängig vom individuellen Fall meist ca. 6-12 Wochen. Für diese Phase werden Rahabilitationsmaßnahmen, d.h. Bewegungstherapie, Lymphdrainage, ggf. Wassergymnastik, verordnet.

Leiter Schulterchirurgie

Oberarzt

Dr. Peter Ortwein