Krankenhaus Buchholz

AC-Gelenk-Arthrose

 

Das Acromio-Clavicular-Gelenk (Schultereckgelenk) ist ein Gelenk zwischen der Clavicula (Schlüsselbein) und dem Schulterblatt und damit die einzige Verbindung zwischen dem Körperstamm und der oberen Extremität. Nahezu jede Bewegung der oberen Extremität bedarf auch einer Bewegung im Schultereckgelenk. Dies zeigt die enorme Wichtigkeit, aber auch die große Belastung dieses Gelenkes. Insbesondere bei Überkopftätigkeiten wird das Gelenk besonders beansprucht. Eine Arthrose lässt sich im AC-Gelenk hierdurch häufig schon in relativ geringem Lebensalter radiologisch nachweisen, diese muss aber nicht immer Beschwerden verursachen.
Bei ausgeprägter Arthrose ist der Knorpelüberzug der Gelenkpartner aufgebraucht, es kommt zu Kontakt von Knochen auf Knochen, die Beweglichkeit ist somit meist auf Dauer eingeschränkt und schmerzhaft.

Wird eine Arthrose des Schultereckgelenkes symptomatisch, beklagen die Patienten in der Regel einen Belastungsschmerz, insbesondere beim Heben des Armes zwischen 60-120°. Das Liegen auf der betroffenen Schulter ist sehr häufig schmerzhaft und nicht mehr möglich, ebenso das Führen des Arms zur Gegenseite vor dem Körper. Nicht selten berichten die Patienten über Schmerzen zum Nacken ausstrahlend mit Verspannungen und Spannungskopfschmerz.

Die Diagnose sollte einerseits durch Bildgebung gesichert sein (Röntgen, MRT), aber vor allem durch die richtige klinische Untersuchung als wirkliche Ursache der Beschwerden identifiziert sein. Unter Umständen kann durch eine Injektion eines Schmerzmittels in das Gelenk das Beschwerdebild weiter eingegrenzt werden.

Führt eine Arthrose des Schultereckgelenkes zu zunehmenden Beschwerden, ist eine Therapie angezeigt. Konservative Verfahren wie Krankengymnastik, Manuelle Therapie, entzündungshemmende Schmerzmittel oder aber Cortison-Injektionen in das Gelenk erbringen meist keine dauerhafte Verbesserung.
Es besteht die Möglichkeit, durch einen arthroskopischen Eingriff dem Gelenk zu einer verbesserten Beweglichkeit zu verhelfen. Hierbei werden einige Millimeter des Schlüsselbeins (5-10mm) mit kleinen Instrumenten abgetragen, das Gelenk wird auf Seiten beider Gelenkanteile geglättet, so dass wieder ein „reibungsloses“ Bewegen möglich wird. Die Funktion des Gelenkes wird durch diese Operation nicht beeinträchtigt.

Nach der Operation ist der Arm in einem Verband lediglich bis zur Wundheilung ruhiggestellt (bis ca. 1 Woche), wird aber durch Krankengymnastik ab dem ersten Tag postoperativ aus dem Verband heraus bewegt. Prinzipiell darf im schmerzfreien Bereich aktiv und passiv frei bewegt werden. Entzündungshemmende Medikamente sollte für die ersten 3-4 Wochen eingenommen werden.

Leiter Schulterchirurgie

Oberarzt

Dr. Peter Ortwein